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11.05.2011

12:02 Uhr

Ernst&Young-Studie

Banken bauen Stellen ab - trotz Milliardengewinnen

Deutschlands wichtigste Banken haben 2010 deutlich mehr verdient - gleichzeitig bauten sie Stellen ab. Eine aktuelle Studie hat die Zahlen der Institute unter die Lupe genommen - mit überraschenden Ergebnissen.

Banken-Skyline in Frankfurt: "den veränderten Verhältnissen angepasst". Quelle: dpa

Banken-Skyline in Frankfurt: "den veränderten Verhältnissen angepasst".

DüsseldorfDeutschlands größte Banken bauen trotz wieder sprudelnder Gewinne Personal ab. Nach Berechnungen von Ernst & Young kamen die 13 größten deutschen Geldinstitute Ende vergangenen Jahres bereinigt auf insgesamt 217.724 Mitarbeiter. Das sind knapp drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor (223.667), wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft am Mittwoch mitteilte.

Um die Zahlen vergleichbar zu machen, wurden aus den Daten des Jahres 2010 knapp 25.000 Mitarbeiter herausgerechnet, die bei der Deutschen Bank im Zuge der Postbank-Übernahme hinzukamen. Denn in den Zahlen des Jahres 2009 war die Postbank auch nicht enthalten. Nur 4 der 13 Institute beschäftigten am Jahresende mehr Mitarbeiter als ein Jahr zuvor: Deutsche Bank, DZ Bank, NordLB und Dekabank.

Konzernergebnis vs. Mitarbeiterzahl

Deutsche Bank

Konzernergebnis 2010: 2,3 Mrd. Euro (Veränderung zu 2009: - 2,6 Mrd.)

Mitarbeiter 2010: 102.062 (Veränderung zu 2009: + 25.009, wovon 24.787 durch Akquisitionen)

Commerzbank

Konzernergebnis 2010: 1,5 Mrd. Euro (Veränderung zu 2009: + 6,1 Mrd.)

Mitarbeiter 2010: 57.6762 (Veränderung zu 2009: - 5.591)

DZ Bank

Konzernergebnis 2010: 1,1 Mrd. Euro (Veränderung zu 2009: + 0,8 Mrd.)

Mitarbeiter 2010: 26.800 (Veränderung zu 2009: - 1.164)

Deka Bank

Konzernergebnis 2010: 648 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: + 299 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 3.683 (Veränderung zu 2009: + 16)

BayernLB

Konzernergebnis 2010: 635 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: + 3.254 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 10.853 (Veränderung zu 2009: - 968)

Helaba

Konzernergebnis 2010: 298 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: - 25 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 6.010 (Veränderung zu 2009: - 193)

Nord LB

Konzernergebnis 2010: 236 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: + 374 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 4.211 (Veränderung zu 2009: + 347)

Landesbank Berlin

Konzernergebnis 2010: 189 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: - 66 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 4.211 (Veränderung zu 2009: + 347)

WGZ Bank

Konzernergebnis 2010: 67 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: - 0,4 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 1.544 (Veränderung zu 2009: - 29)

HSH Nordbank

Konzernergebnis 2010: 48 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: + 791 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 3.852 (Veränderung zu 2009: - 336)

WestLB

Konzernergebnis 2010: - 240 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: + 291 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 4.972 (Veränderung zu 2009: - 488)

LBBW

Konzernergebnis 2010: - 575 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: - 114 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 13.601 (Veränderung zu 2009: - 29)

Hypo Real Estate

Konzernergebnis 2010: - 910 Mio. Euro (Veränderung zu 2009: + 1.326 Mio.)

Mitarbeiter 2010: 1.366 (Veränderung zu 2009: - 31)

Ernst & Young-Bankenexperte Dirk Müller-Tronnier erklärte dies in einer Mitteilung auch mit dem Verkauf von Beteiligungen und der Ausgliederung von Einheiten. Er gehe aber davon aus, dass die Beschäftigung in den Kerngeschäftsfeldern in den kommenden Monaten eher wieder leicht steigen werde: "Die meisten Banken haben sich den veränderten Verhältnissen schon angepasst, flächendeckenden Personalabbau wird es wohl nicht geben", so Müller-Tronnier.

Parallel zum Jobabbau konnten die 13 größten Banken im vergangenen Jahr ihre Gewinne deutlich steigern: Nach Steuern lag das Plus im vergangenen Jahr bei insgesamt 5,3 Milliarden Euro - nach einem Minus von 5,1 Milliarden im Jahr 2009.

Kommentare (1)

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Nachwuchs

13.05.2011, 11:33 Uhr

So sind Banker: Nicht nur die Kunden ausnehmen, sondern auch die eigenen Leute vertreiben, vernichten. Dafür erhalten die Bankmanager wieder für ihre Menschenfeindlichkeit wieder Bon in ungeahnter Höhe. Von Verantwortung für Menschen haben sie nie etwas gehört.

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