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14.07.2016

17:27 Uhr

Erste Group hebt Ziele an

Gewinn verdoppelt sich im zweiten Quartal

Die Aktie der Erste Group legt um mehr als 11 Prozent zu: Wegen eines Gewinnsprungs hebt die österreichische Bank ihre Ziele für das Gesamtjahr an. Das sorgt für Puffer für neue Regulierungsvorhaben.

Die Aktie von Erste stieg auf ein Drei-Wochen-Hoch. Reuters

Erste-Filiale in Wien

Die Aktie von Erste stieg auf ein Drei-Wochen-Hoch.

WienDas österreichische Geldhaus Erste Group hat dank des Verkaufs von Anteilen am Kreditkartenkonzern Visa Europe einen Gewinnsprung gemacht und die Ziele angehoben. Im zweiten Quartal habe sich der Gewinn unter dem Strich auf 560 Millionen Euro mehr als verdoppelt, teilte das das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen am Donnerstag überraschend mit. Im Vorjahresquartal lag der Nettogewinn bei 261 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr belaufe sich der Gewinn auf rund 830 (Vorjahr: 487) Millionen Euro. Für 2016 erwartet die Bank nun eine Eigenkapitalverzinsung von über zwölf Prozent, bisher war sie von zehn bis elf Prozent ausgegangen.

Die Aktionäre reagierten erfreut. Die Erste-Group-Aktie legte an der Wiener Börse um bis zu 11,8 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 22,72 Euro zu und führte damit die Gewinner im Leitindex ATX an.

Der neue Ausblick berücksichtige auch einen Puffer für eine mögliche Einmalzahlung für die neue Bankensteuer in Österreich im laufenden Jahr, erklärte die Bank. Die österreichische Regierung hat sich vor wenigen Tagen auf eine deutliche Senkung der Bankenabgabe in Österreich geeinigt. Im Gegenzug müssen die Institute aber eine Einmalzahlung von insgesamt einer Milliarde Euro an den Fiskus abliefern. Grundsätzlich haben die Banken die Möglichkeit, diese Zahlung über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren zu leisten.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Im zweiten Quartal profitierte die Erste Group von einer Reihe von Einmaleffekten. Der Verkauf der Visa-Anteile habe rund 139 Millionen Euro zum Vorsteuergewinn beigetragen. Der US-Kreditkartenriese Visa kauft für bis zu 21,2 Milliarden Euro sein vorher unabhängiges Europa-Geschäft zurück. Den Eigentümern von Visa Europe – rund 4000 europäische Banken – bringt der Deal insgesamt Milliardengewinne. Auch die österreichische Raiffeisen Bank International hat dank dieses Geschäfts ihren Gewinn aufgepolstert.

Zudem musste die Erste Group weniger für faule Kredite zurücklegen. So konnte sie in Ungarn und Rumänien Risikovorsorgen in Höhe von rund 30 Millionen Euro auflösen. Zudem seien die Risikokosten in allen anderen Regionen gesunken.

Von

rtr

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