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28.06.2011

12:53 Uhr

Erste Schätzungen

Bei der WestLB sollen 1500 Stellen wegfallen

Das Konzept für die WestLB steht – nun stellt sich die Frage, wie viele Mitarbeiter vom Schrumpfprozess der Landesbank betroffen sein werden. Erste Schätzungen gehen jetzt von über 1500 Stellen aus die wegfallen.

Ein Bild mit Symbolkraft vor der WestLB-Zentrale in Düsseldorf. Quelle: dpa

Ein Bild mit Symbolkraft vor der WestLB-Zentrale in Düsseldorf.

DüsseldorfDer Radikalumbau der WestLB könnte nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Landesregierung massenhaft Jobs kosten. Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) nannte bei internen Gesprächen mit den Spitzen der Landtagsfraktionen eine Zahl von über 1800 Stellen, die durch die Zerschlagung der Bank auf der Kippe stehen.

Eine Sprecherin bestätigte am Dienstag indirekt einen Bericht der „Rheinischen Post“, wies aber drauf hin, dass es sich um Szenarien handelt. Der Minister habe nur Anhaltspunkte geben wollen, welche Richtung der Arbeitsplatzabbau bei der WestLB nehmen könnte. Es könnten mehr, aber auch weniger Stellen sein.

Unterdessen hofft die Landesregierung, die neben den Sparkassen Hauptanteilseigner der WestLB ist, dass möglichst viele Arbeitsplätze bei der krisengeschüttelten Bank im Zuge des Verkaufs von Teilbereichen erhalten werden können. Bislang ist aber noch keineswegs klar, welche Sparten einen neuen Eigentümer finden. Auf der Verkaufsliste stehen die Immobilientochter der Bank, Westimmo, sowie das Auslandsgeschäft und die Projektfinanzierungen. Als Kaufinterinteressenten gelten unter anderem HSBC Trinkaus sowie die Finanzinvestoren Apollo und Lone Star.

Die WestLB beschäftigt derzeit noch 4700 Mitarbeiter, darunter rund 3000 in Deutschland. In der vergangenen Woche hatten sich die Eigentümer auf einen radikalen Umbau verständigt, um Auflagen der Europäischen Kommission zu erfüllen. Danach soll die Bank in mehrere Teile aufgespalten und damit als erste Landesbank in Deutschland zerschlagen werden.

Geplant ist, aus der WestLB eine Zentralbank für die gut 100 NRW-Sparkassen mit 400 Stellen (Verbundbank) herauszulösen. Alleiniger Eigentümer wird die Sparkassen-Familie innerhalb und außerhalb von NRW, die eine Milliarde Euro Eigenkapital einschießt. Aus dem Rest der Landesbank soll eine Service-Bank entstehen, die alleine dem Land Nordrhein-Westfalen gehört.

Der Betriebsrat hatte unmittelbar nach Bekanntwerden der Umbaupläne die Eigentümer aufgefordert, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Darauf waren die Anteilseigner bislang nicht eingegangen.

Die Landesregierung wirbt unter den im Landtag vertretenen Parteien für Unterstützung der Umbaupläne. In einer Aktuellen Stunde sollten an diesem Mittwoch die Konsequenzen aus der Zerschlagung der WestLB debattiert werden. Einen Tag später will sich die Landesregierung grünes Licht vom Parlament geben lassen. Zur Umsetzung des Radikalschnittes bei der WestLB muss das Land eine Milliarde Euro an frischem Kapital aufbringen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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no.7

28.06.2011, 14:43 Uhr

banken mit tausenden von beschäftigten, hauptsächlich um dem Prestige von Landesfürsten zu dienen, der Markt brauchte diese banken offensichtlich nicht. Jetzt heißt es: schließung und radikaler abbau. Je schneller diese banken abgewickelt werden, desto besser ist es. wir können es uns eindeutig nicht leisten, diese aus steuergeldern durchzubezahlen. es kann sich eben nur rächen, gegen den Markt zu handeln. irgendwann bezahlt man die rechnung.

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