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24.07.2012

18:11 Uhr

Erwartungen verfehlt

Quartalsgewinn der Deutschen Bank bricht ein

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro vor Steuern erzielt. Das ist deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Analystenerwartungen werden deutlich verfehlt.

Baukräne vor den Zwillingstürmen der Deutschen Bank werden in Frankfurt (Archivaufnahme). dpa

Baukräne vor den Zwillingstürmen der Deutschen Bank werden in Frankfurt (Archivaufnahme).

FrankfurtDie Deutsche Bank hat im zweiten Quartal weniger verdient als erwartet. Der Vorsteuergewinn liege bei rund einer (Vorjahr: 1,8) Milliarde Euro, teilte das Institut am Dienstag mit. Unter dem Strich liege der Gewinn bei rund 700 Millionen Euro (1,2 Milliarden Euro). Analysten hatten laut Daten von Thomson Reuters Starmine für das zweite Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von gut einer Milliarde vorhergesagt.

Die Bank habe unter dem schwachen Euro gelitten, durch den sich die in Pfund und Dollar angefallenen Kosten erhöht hätten, hieß es zur Begründung. Für das Gesamtjahr geht die Deutsche Bank nun von einem geringeren Gewinn aus als Analysten ihr noch im Frühjahr zugetraut hatten. Damals hatte das Geldhaus auf Basis von Analystenschätzungen einen Nettogewinn von drei Milliarden Euro nach Ausschüttung einer Dividende angenommen.

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Die interne Untersuchung des Liborskandals dürfte ergeben, dass zwei Ex-Mitarbeiter auf eigene Faust handelten.

Der vollständige Quartalsbericht wird am kommenden Dienstag (31. Juli) erwartet. Die vorläufigen „Eckdaten“ geben keinen Hinweis darauf, ob die Bank bereits für den Zeitraum von April bis Juni Rückstellungen für die Verwicklung in Zinsmanipulationsskandale („Libor“, „Euribor“) bilden will. Medienberichte zufolge will die Deutsche Bank davon absehen, obwohl etwa die deutsche Finanzaufsicht Bafin öffentlich zu dem Schritt geraten hatte.

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Bafin-Chefin Elke König hatte im „Spiegel“ gefordert, die Banken müssten für eventuelle Schäden Rückstellungen bilden. Auf die Deutsche Bank können nach Schätzungen von Morgan Stanley durch eine Strafe und mögliche zivilrechtliche Klagen Belastungen von mehr als eine Milliarde Dollar zukommen.

„Die Zahlen sind schwächer als erwartet, hauptsächlich wegen der Kosten und Risikovorsorge“, so Philipp Häßler, Analyst bei Equinet. „Es sieht so aus, als seien keine großen Rückstellungen für die Libor-Angelegenheit gebildet worden. Was positiv ist, ist die etwas stärkere Kapitalquote.“

Die Deutsche Bank geht trotz des Gewinnrückgangs weiter davon aus, dass sie zum Jahresanfang 2013 eine Kernkapitalquote nach den neuen Basel-III-Richtlinien von 7,2 Prozent erreichen wird. „Niedrigere Projektionen für den Jahresabschluss 2012“ würden durch einen weiteren Abbau von Bilanzrisiken kompensiert.

Die Deutsche Bank hatte zuletzt den Abbau von 1000 Stellen im Investment-Banking beschlossen. Auch andere globale Banken kürzen angesichts sinkender Einnahmen, die unter anderem auf die weiterhin unsichere Lage an den Finanzmärkten zurückzuführen ist.

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Grund ist die schlechte Lage am Kapitalmarkt – und das Verhalten der Konkurrenz.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag den Angaben zufolge bei rund 400 Millionen Euro nach 464 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen wechselkursbedingt um 300 Millionen auf 6,6 Milliarden Euro.

Die Anleger reagierten irritiert auf die Vorlage der Eckdaten: Die Aktie der Deutschen Bank schoss kurzzeitig um über zwei Prozent in die Höhe, beendete den Handel aber mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 23,47 Euro.

Kommentare (6)

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hkddirt9ddhu4

24.07.2012, 17:54 Uhr

+++ Kommentar von der Redaktin gelöscht +++

r-tiroch@t-online.de

24.07.2012, 18:32 Uhr

Die Einbrüche kommen daher, weil dauernd Strafen für Betrügereien mit 500 Mio gezahlt werden müssen. ausserdem genehmigen sich alle rotzfrech über 500.000.-€ Gage.

Fabofab

24.07.2012, 19:18 Uhr

Die Eigentümer der Banken haben hiervon allerdings gar nichts. Schau Dir mal an wieviel Geld die verloren haben, indem Du Dir den Aktienkurs der letzten zehn Jahre ansiehst. Und immerhin zahlt die Bank auch 300 Mio Steuern. 700 Mio bleiben dem Unternehmen, das ist für die Größe der Deutschen Bank wahrlich nicht zu viel. Es ist eben doch alles ein wenig komplexer.

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