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23.07.2014

13:24 Uhr

Espirito Santo

Portugiesische Banker-Dynastie kriselt weiter

Die Finanzprobleme eines traditionsreichen portugiesischen Bankenhauses verschärfen sich: Nun muss bereits die zweite Holding von Espirito Santo Insolvenz anmelden. Doch es gibt auch einen Hoffnungsschimmer.

Grün – die Farbe der Hoffnung? Die Banco Espirito Santo setzt auf die Beteiligung von Goldman Sachs. AFP

Grün – die Farbe der Hoffnung? Die Banco Espirito Santo setzt auf die Beteiligung von Goldman Sachs.

LissabonDie portugiesischen Banker-Dynastie Espirito Santo gerät immer tiefer in den Strudel ihrer Finanzprobleme. Eine weitere ihrer Holding-Gesellschaften musste am Dienstagabend musste Insolvenz anmelden. In Rioforte sind die Beteiligungen der Familie außerhalb der Finanzbranche gebündelt.

Das Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern ist unter anderem der größte private Grundbesitzer in Portugal, zu ihm gehören auch Firmen in Brasilien und Mosambik. Zudem ist Rioforte mit 49,3 Prozent an der Finanzholding ESFG beteiligt, der wiederum 20 Prozent an der börsennotierten Banco Espirito Santo (BES) gehören. BES hatte am Dienstag die Deutsche Bank mit der Sanierung ihrer Bilanz beauftragt.

Rioforte gab als Grund für den Insolvenz-Antrag an, dass sie finanziellen Verpflichtungen nicht habe nachkommen können, die am 9. Juli fällig waren. Das Unternehmen war Portugal Telecom in der vergangenen Woche 897 Millionen Euro schuldig geblieben, weshalb die Telefongesellschaft ihre Fusion mit der brasilianischen Oi neu aushandeln musste.

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Eine transparente, geordnete Sanierung solle das langfristige Überleben der Holding sichern, erklärte Rioforte. Dazu müssten womöglich Beteiligungen verkauft werden. Die Holding ist in vielen Branchen - von Energie über Gesundheit bis zur Landwirtschaft - aktiv. Die Familienholding Espirito Santo International, der Eigentümer von Rioforte, hatte bereits in Luxemburg um Gläubigerschutz ersucht.

Von der Rioforte-Pleite ist indirekt auch die BES betroffen. Die Holding schuldet ihr 220 Millionen Euro. BES verschob die für Freitag geplante Veröffentlichung der Halbjahreszahlen auf den kommenden Mittwoch. Der Aktienkurs des Instituts ist angesichts der Turbulenzen um die Gründerfamilie binnen eines Monats um 60 Prozent eingebrochen.

Als Hoffnungsschimmer werteten Investoren die Tatsache, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs und der Hedgefonds D.E. Shaw mit zusammen knapp fünf Prozent bei der BES eingestiegen sind. Einen Anteil in gleicher Höhe hatte die Familien-Holding ESFG verkaufen müssen, um Kredite zu tilgen.

Am Mittwoch legte die BES-Aktie sieben Prozent auf 44,7 Cent zu. Sie folgte damit dem Trend anderer portugiesischer Banken, nachdem der Rivale Millennium BCP 2,25 Milliarden Euro frisches Kapital von seinen Aktionären eingesammelt hatte. Die BCP-Aktie stieg um 5,2 Prozent. Auch die zweitgrößte Bank des iberischen Landes war von den Problemen um Espirito Santo in Mitleidenschaft gezogen worden. Investoren befürchteten, dass die Krise auf den ganzen Bankensektor des Landes übergreifen könnte.

Von

rtr

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