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05.08.2014

14:11 Uhr

Espírito Santo

Portugal fordert harte Strafen

Die Regierung fordert Sanktionen, Crédit Agricole und das neue Management leiten rechtliche Schritte ein: Die ehemalige Führung der portugiesischen Espírito Santo soll nach der Bankenrettung Verantwortung übernehmen.

Zwischen Bankenrettung und Sanktionen: Portugals Finanzministerin Maria Luis Albuquerque fordert harte Strafen für die Verantwortlichen der Bankenkrise. Reuters

Zwischen Bankenrettung und Sanktionen: Portugals Finanzministerin Maria Luis Albuquerque fordert harte Strafen für die Verantwortlichen der Bankenkrise.

Lissabon/ParisNach der milliardenschweren Rettung der portugiesischen Bank Espírito Santo (BES) hat die Regierung in Lissabon „harte Strafen“ für die Verantwortlichen der Krise gefordert. „Es muss da eine Untersuchung geben“ und „die Verantwortlichkeiten müssen festgestellt werden“, hob Portugals Finanzministerin Maria Luis Albuquerque hervor. Die Probleme kosteten die französische Großbank Crédit Agricole – einer der BES-Hauptaktionäre – bereits 708 Millionen Euro.

Finanzministerin Albuquerque versicherte, es gehe nicht darum, „kleine Investoren“ zu bestrafen. Für die Verantwortlichen der Krise bei der BES, die wegen Unregelmäßigkeiten bei einer mit ihr verbundenen Holding einen Rekordverlust von 3,6 Milliarden Euro allein für das erste Halbjahr ausweisen musste, müsse es aber „harte Strafen“ geben, sagte sie im staatlichen portugiesischen Fernsehen am Montagabend.

Sie erinnerte daran, dass „die Pleite einer Bank dieser Größe ernsthafte Risiken für die Wirtschaft“ des Landes bedeutet hätte.

Anteilseigner der Krisenbank: Credit Agricole leidet unter Espirito-Santo-Krise

Anteilseigner der Krisenbank

Credit Agricole leidet unter Espirito-Santo-Krise

Die französische Bank ist Anteilseigner bei dem portugiesischen Institut Espirito Santo. Deren Krise schlägt sich nun auch im Gewinn von Credit Agricole wieder: Die Bank büßt fast ihren kompletten Gewinn ein.

Die Banco Espírito Santo war vom portugiesischen Staat gerettet worden. Sie wurde in zwei Teile zerschlagen: Faule Kredite wurden in eine „Bad Bank“ ausgelagert, deren Eigentümer nun die bisherigen Aktionäre der BES sind – darunter auch die Crédit Agricole. Aus dem gesunden Teil wurde mit einer Kapitalspritze von fast fünf Milliarden Euro eine neue Bank. Damit kamen erstmals die neuen EU-Regeln zur Bankenrettung zur Anwendung.

Die französische Crédit Agricole, die mit 14,6 Prozent einer der Hauptaktionäre von BES war, setzte den Wert ihrer Anteile von 206 Millionen Euro auf null herab. Zudem schrieb das Geldinstitut wegen seines Anteils an den BES-Verlusten 502 Millionen Euro ab. Insgesamt kam Crédit Agricole SA dadurch im zweiten Quartal nur noch auf einen Nettogewinn von 17 Millionen Euro nach 696 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Die gesamte genossenschaftlich organisierte Bankengruppe kam unter Einbeziehung der Regionalbanken auf 705 Millionen Euro Gewinn.

Kommentare (1)

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05.08.2014, 16:31 Uhr

Alles wie gehabt ... Vetternwirtschaft und Korruption der ClubMed-Eliten ruinieren wieder einmal eine Bank, die dann durch Steuergelder aus ganz Europa gerettet werden muss. Und wieder sind französische Großbanken mittendrin in dem Skandal.
EU-Europa ist zu einem Selbstbedienungsladen der Eliten geworden, und insb. in den wenig transparenten Gesellschaften des Südens ist die Vetternwirtschaft zwischen Staat, Wirtschaft und Finanzsektor immer noch viel zu groß ... wie typisch in feudalen Strukturen.

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