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07.12.2011

18:43 Uhr

EU-Bankenaufsicht EBA

Aufseher legen sich mit deutschen Banken an

Die EU-Bankenaufsicht veröffentlicht am Donnerstag die Ergebnisse des Stresstests. Bei den Landesbanken sorgen die Befunde schon jetzt für Zündstoff. Der Kapitalbedarf von Wackel-Banken dürfte weiter gestiegen sein.

Die EU-Bankenaufsicht EBA will die Kapitalmaßnahmen der Landesbank Helaba nicht anerkennen. dapd

Die EU-Bankenaufsicht EBA will die Kapitalmaßnahmen der Landesbank Helaba nicht anerkennen.

Frankfurt/MainMit drei Wochen Verspätung will die EU-Bankenaufsicht EBA am Donnerstagabend den mit Spannung erwarteten Kapitalbedarf der 70 größten europäischen Banken veröffentlichen. Die EBA kündigte die Bekanntgabe am Mittwoch für Donnerstag um 18 Uhr (MEZ) an. Ein Streit unter den europäischen Aufsehern über die Kriterien und die Definition des Eigenkapitals hatte die Ermittlung der Kapital-Lücke verzögert, die die Banken bis Ende Juni 2012 schließen müssen.

Im Vergleich zu den vorläufigen Berechnungen der EBA von Ende Oktober - 106 Milliarden Euro - dürfte der Bedarf noch einmal deutlich gestiegen sein. Allein die Zahl der betroffenen Institute aus Deutschland ist auf sechs von vier gestiegen. Ihnen fehlen nun rund 13 statt 10 Milliarden Euro. Gut drei Milliarden davon beruhen aber auf einer Formalie: Die Kapitalspritzen für die Landesbanken NordLB und Helaba kommen für den Stichtag 30. September zu spät, sind aber von den Eigentümern längst in die Wege geleitet. Die Helaba-Eigentümer hatten Anfang November beschlossen, die Stillen Einlagen des Landes Hessen im Volumen von 1,9 Milliarden Euro so anzupassen, dass sie als hartes Kernkapital anerkannt werden, da sie nun auch Verluste mittragen müssen.

Der Kapitalbedarf deutscher Großbanken steigt damit - aber nur auf dem Papier. Die EU-Bankenaufsicht EBA will die bereits in die Wege geleitete milliardenschwere Kapitalaufstockung der NordLB und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) nicht anerkennen, weil sie erst nach dem Stichtag Ende September umgesetzt wird oder wurde. Die EBA legt sich damit erneut mit den beiden Landesbanken an, die ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen waren - und erntet dafür Schelte: „Mit einer formalistischen Betrachtungsweise wird das Risiko einer weiteren Unruhe an den Märkten unnötig erhöht“, klagte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Mittwoch.   

Bei der Helaba wird die EBA nach Angaben der Landesbank eine Kapitallücke von 1,5 Milliarden Euro feststellen. Das Geldhaus ist damit die sechste der 13 größten deutschen Banken, denen eine Kapitallücke bescheinigt wird. Der Kapitalbedarf der NordLB klettert durch die EBA-Festlegung Finanzkreisen zufolge um 1,7 auf 2,4 Milliarden Euro. Eine Kapitalerhöhung des Landes Niedersachsen und der Sparkassen sowie die Wandlung Stiller Einlagen im Volumen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro, die noch in diesem Jahr beschlossen werden sollen, rechnet die EBA nicht mit ein. Die EBA will Europas Großbanken dazu zwingen, ihre Kapitaldecke bis Mitte 2012 auf mindestens neun Prozent aufzustocken, um das Vertrauen in die Branche zu stärken und sie für die Euro-Schuldenkrise wetterfest zu machen.

Kommentare (1)

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Mazi

07.12.2011, 23:20 Uhr

Einfach kindisch was da abläuft.

Wer so Aufsicht ausübt, darf sich nicht wundern, wenn auch dieser Versuch kläglich scheitert.

Es geht nicht darum eine Institution zu schaffen, es geht darum die wichtigen Positionen mit guten, wirklich uten Leuten zu besetzen. Bei zwei Finanzkrisen in knapp drei Jahren kann man wohl nicht von rühmlichen, beispielhaften Besetzngen sprechen.

Alle Veranwortlichen sollten in sich gehen und schnell handeln. Solches handeln, wie im Artikel beschrienen, schadet mehr als es nützt.

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