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24.09.2013

19:20 Uhr

EU-Behörde nur für Großbanken

Bewegung im Streit um Bankenabwicklung

ExklusivDie Behörde zur Abwicklung maroder Banken könnte nur für rund 130 große Institute zuständig werden. Damit würde die EU der Bundesregierung entgegenkommen. Auch die EZB begrüßt den Vorschlag.

Euro-Skulptur vor der EZB: Die Abwicklungsbehörde unter Aufsicht der Zentralbank könnte nur für Großbanken zuständig werden. dpa

Euro-Skulptur vor der EZB: Die Abwicklungsbehörde unter Aufsicht der Zentralbank könnte nur für Großbanken zuständig werden.

BerlinIn den Streit um den geplanten europäischen Abwicklungsmechanismus für marode Banken kommt Bewegung. Es werde diskutiert, die Kompetenzen des EU-Abwicklungsregimes zu begrenzen, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungs- und Notenbankkreisen.

Die Abwicklungsbehörde solle nicht, wie bisher von der EU-Kommission geplant, für alle 6.000 Banken der Euro-Zone zuständig sein, sondern nur für die rund 130 Finanzinstitute, die unter die Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) gestellt werden. Diese Idee könne Bestandteil eines möglichen Kompromisses werden.

In der Bundesregierung, die den ursprünglichen EU-Vorschlag heftig kritisiert hatte, wird die Idee unterstützt. Allerdings wird betont, dass die Kompetenzbeschränkung alleine nicht ausreichen werde. Solange die Staaten - und damit die Steuerzahler - für eine Bankenabwicklung zahlen müssen, will man die Entscheidung nicht Brüssel überlassen. Die Budgethoheit müsse sichergestellt werden, hieß es in Berliner Regierungskreisen. Die Beschränkung auf die 130 Großbanken unter EZB-Aufsicht sei nur ein erster Schritt.

Kapitalquoten großer Banken (2. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Bank of America

9,6 Prozent

Citigroup

10 Prozent

Commerzbank

8,4 Prozent (nach 7,5 Prozent im ersten Quartal)

Deutsche Bank

10 Prozent (nach 8,6 Prozent im 1. Quartal 2013)

Goldman Sachs

keine Angabe nach dem 2. Quartal 2013

JP Morgan

9,3 Prozent

Morgan Stanley

9,9 Prozent

UBS

11,2 Prozent

Wells Fargo

8,5 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Auch in Notenbankkreisen wird der Vorschlag unterstützt. Die EZB hatte sich von Anfang an bei der Aufsicht auf die 130 großen und grenzüberschreitenden Finanzinstitute konzentriert. Die EU-Kommission will hingegen beim Abwicklungsregime für alle 6.000 Banken der Währungsunion zuständig sein.

Von

jhi

Kommentare (4)

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Frank3

25.09.2013, 16:49 Uhr

Banken werden VERNICHTET und FED / EZB oder IWF haben AN SCHULDRECHT ZU STREICHEN und AUF WIEVIEL ZINSRECHT und SCHULDRECHT ZURÜCKVERLANGRECHT ZU VERLIEREN ODER BLEIBT UNVERÄNDERT GLEICHE SUMME ??? WENN JA , DANN IST DAS SPIEL

Mazi

25.09.2013, 17:28 Uhr

Wer zahlt die Kosten für diese Aufsicht?

Bisher ist es so, dass die Banken die Kosten für ihre Aufsicht im Umlageverfahren selbst zahlen. Für mich hat das, was sich im Finanzsektor und den damit verbundenen Behörden abspielt, seit geraumer Zeit kriminelle Züge.

Es hat den Anschein, dass jedwede Kontrolle fehlt und Behörden, als Kontrollinstanzen gedacht, selbst Teil dieses Systems sind. Ich halte es für hochgradig unsozial die Kleinsten der Sparer zur Haftung heranzuziehen (durch Zinsdiktat bei gleichzeitig höherer bekannter Inflation), während die Drahtzieher des Desasters Millionen-Bonus einstreichen bzw. mit garantierten üppigen Politikerpensionen bedacht werden.

Das kann nicht gut gehen, wenn der Bürger merkt, welches Spiel mit ihm gespielt wird.

Frank3

25.09.2013, 17:40 Uhr

Würden die Menschen das Geldsystem verstehen , hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh .“
Henry Ford





Das perfekte Verbrechen ?

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