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21.10.2015

20:47 Uhr

EU fordert Privatisierung

HSH Nordbank droht das „Ramsch“-Rating

Die EU-Kommission hat die Weichen für den Umbau der HSH Nordbank gestellt. Das Geldhaus soll zunächst von Altlasten befreit und anschließend privatisiert werden. Danach droht ihm wohl das „Ramsch-Niveau“.

Die EU gibt den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein bis 2018 Zeit, um die HSH Nordbank von den Altlasten zu befreien und anschließend zu privatisieren. dpa

Achtung Baustelle

Die EU gibt den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein bis 2018 Zeit, um die HSH Nordbank von den Altlasten zu befreien und anschließend zu privatisieren.

FrankfurtDer HSH Nordbank droht nach ihrer von der EU geforderten Privatisierung eine Einstufung als „spekulatives Investment“. Die Ratingagentur Fitch hält es nicht für wahrscheinlich, dass die von der Schifffahrtskrise gebeutelte HSH von einer anderen Landesbank übernommen wird, wie sie am Mittwoch mitteilte. Denn die Landesbanken könnten das von der HSH betriebene Geschäft mit Hypotheken- und Schiffskrediten auch aus eigener Kraft ausbauen. Zudem seien sie zum Teil noch dabei, ihre eigenen Altlasten zu bewältigen. Deshalb werde die Finanzkraft eines Käufers der HSH voraussichtlich nicht ausreichen, um ihr „BBB-“-Rating dann noch zu rechtfertigen.

Die Aussichten für die Bonität seien damit negativ. Nur der finanzielle Rückhalt der Stadt Hamburg und des Landes Schleswig-Holstein rechtfertige die bisherige Einstufung. Sie liegt nur eine Stufe über dem „Ramsch“-Status, der die Verbindlichkeiten des Emittenten als „spekulativ“ qualifiziert.

Die Ratingagentur Moody's will sich dagegen nicht festlegen. Die Entwicklungen der nächsten 12 bis 18 Monate und ihre Auswirkungen auf das zunächst mit „Baa3“ bestätigte Rating der HSH seien im Moment nicht abzusehen. „Baa3“ ist bei Moody's ebenfalls die niedrigste Stufe als sicher bewerteter Anlagen.

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Zum zweiten Mal musste die HSH Nordbank um staatliche Beihilfen bitten. Jetzt steht die Einigung: Für die Bank sei der Kompromiss positiv, so Chef Constantin von Oesterreich. Für den Steuerzahler ist sie aber ein Risiko.

Die EU-Kommission hatte am Montag die Weichen für den Umbau des Geldhauses gestellt. Es soll zunächst von Altlasten befreit und anschließend privatisiert werden. Dafür gibt die EU den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein bis 2018 Zeit. Gelingt der Verkauf nicht, muss das Finanzinstitut abgewickelt werden. Die HSH hatte sich am Montag mit der EU-Kommission verständigt. Für die Finanzkraft der HSH selbst sei der Schritt positiv, weil sie von faulen Papieren entlastet werde und die Gebühren für die Staatshilfen drastisch reduziert würden, erklärte Fitch. Die Aussichten für das Finanzkraft-Rating („b“) seien positiv.

Von

rtr

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