Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.10.2017

23:04 Uhr

EU-Kommission leitet Untersuchung ein

Behindern Banken die Fintechs?

Versuchen Banken mit unlauteren Methoden die neue Konkurrenz der Fintech-Start-Ups auszubooten? Die EU-Kommission geht entsprechenden Vorwürfen jetzt nach.

Das Hauptquartier von Paypal in San Jose, Kalifornien. Start Ups wie Paypal machen den etablierten Banken immer stärkere Konkurrenz. Ob einige Banken dabei manchmal auch mit unlauteren Mitteln zurückschlagen, will die EU-Kommission jetzt prüfen. AP

PayPal

Das Hauptquartier von Paypal in San Jose, Kalifornien. Start Ups wie Paypal machen den etablierten Banken immer stärkere Konkurrenz. Ob einige Banken dabei manchmal auch mit unlauteren Mitteln zurückschlagen, will die EU-Kommission jetzt prüfen.

BrüsselDie Europäische Kommission ist nach eigenen Angaben dem Verdacht von Wettbewerbsverstößen bei Banken im Umgang mit anderen Finanzfirmen nachgegangen. Am 3. Oktober seien in einigen europäischen Ländern unangekündigte Durchsuchungen durchgeführt worden, teilte die EU-Kommission am Freitag mit.

Es gehe darum, dass die Geldhäuser Rivalen den rechtmäßigen Online-Zugang zu Konto-Informationen von Kunden vorenthalten haben könnten. Die Kommission nannte keine Namen von betroffenen Unternehmen. Fintech-Unternehmen hatten sich darüber beschwert, dass Banken ihnen den für ihre Dienste notwendigen Zugang zu Kundendaten verweigern.

Sogenannte Fintechs bieten Dienstleistungen wie Banken an, nur oft preisgünstiger oder manchmal einfach besser und schneller. Sie greifen sich dabei zunächst die Bereiche an, bei denen die Geldinstitute die größten Gewinnspannen haben, zum Beispiel den internationalen Geldtransfer, Kontoführung, Vermögensverwaltung, Wertpapierhandel, Zahlungsverkehr. Bekannte Fintechs sind Paypal, Transferwise oder Brokerhäuser wie eTrade. Gleichzeitig kreieren Start-Ups teilweise neue Geschäftsfelder wie die Vergabe von Kleinkrediten von Privat zu Privat.

Der Streit zwischen den beiden Lagern dreht sich vor allem um Datenschutz und Wettbewerbsverzerrung. Während die Banken den Schutz der Privatsphäre ihrer Kunden anführen, wenn sie den Online-Zugang von Fintechs zu bestimmten Daten verwehren, sehen die Fintechs hier nur ein vorgeschobenes Scheinargument, um das bestehende Geschäft zu schützen. Anfang 2018 soll eine neue EU-Richtlinie für Zahlungsdienste („PSD2“) in Kraft treten, die auch die Fragen des Online-Datenzugangs verbindlich regeln soll.

Bei vorläufigen Untersuchungen der Kommission wird ersten Verdachtsmomenten nachgegangen. Ob die Kommission im Anschluss daran auch formal Vorwürfe erhebt, ist in diesem Stadium offen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×