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12.09.2011

19:54 Uhr

Euro-Krise

Société Générale-Chef erwartet Transferunion

Der Chef der zweitgrößten französischen Bank, Frédéric Oudéa, erwartet eine Euro-Transferunion. Ohne einen Transfermechanismus sei es schwer, die Zweifel am Euro auszuräumen.

Die Zentrale der Societe Generale in Paris. Reuters

Die Zentrale der Societe Generale in Paris.

FrankfurtDer Chef der zweitgrößten französischen Bank, Frédéric Oudéa, fordert mehr finanzielle Solidarität und gleichere Wettbewerbsbedingungen unter den Euro-Staaten. "Ich sehe persönlich auch langfristig nicht, dass alle Euro-Länder mit unterschiedlichen Volkswirtschaften, aber derselben Währungs- und Zinspolitik in der Lage sein werden, den Märkten allein gegenüberzutreten", sagte Oudéa dem Handelsblatt.

"Wir brauchen klar mehr Konvergenz und mehr Haushaltsdisziplin, aber ich glaube, es wird irgendwann in der ein oder anderen Form auch einen Transfermechanismus geben müssen." Ob Eurobonds das richtige Instrument dafür seien, könne er nicht sagen. "Aber ich bin davon überzeugt, dass wir mehr finanzielle Solidarität brauchen, was unsere Staatsschulden angeht. Sonst könnte es sein, dass die Investoren in den USA und Asien ihre Zweifel dem Euro und den Euro-Mitgliedsländern gegenüber nicht verlieren."

Das die EZB Staatsanleihen jüngst auch von Italien und Spanien kauft, hält Oudéa für "angemessen". Solange die Maßnahmen der EZB temporär begrenzt seien, halte er die Entscheidung für richtig. Wenn sich die Furcht am Kapitalmarkt langfristig nicht lege, könnten die Notenbanken aus seiner Sicht gar zu weiteren Maßnahmen gezwungen sein. "Letztlich ist es die Rolle der Notenbank, dem Bankensystem in problematischen Situationen Liquidität zur Verfügung zu stellen." Die Anleihekäufe der EZB hatte unter anderem EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark kritisiert, der Ende vergangener Woche seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Kommentare (13)

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Ameise

12.09.2011, 21:02 Uhr

Na klar, das sagt ein Franzose. Seine Volkswirtschaft hat eine hote Arbeitslosenquote, hohe Staatsverschuldung und niedrige Wachstumsraten. Wer soll es richten, klar, wie immer, good old germany.

Account gelöscht!

12.09.2011, 21:05 Uhr

"aber ich glaube, es wird irgendwann in der ein oder anderen Form auch einen Transfermechanismus geben müssen."

Klar, wenn dieser dort ansetzt wo es etwas zu holen gibt: Bei den leistungslosen Großeinkommen und -vermögen, die dazu noch kaum Steuern zahlen (kann jedes Land auch gut allein anzapfen) und es nicht Transfers von spar- und genügsamen zu verantwortungslos prassenden sind, könnte man das im Rahmen eine großen Gesamtpaketes zur Reformierung des Finanzbetrugssystems als ein Baustein in Erwägung ziehen.

"Solange die Maßnahmen der EZB temporär begrenzt seien, halte er die Entscheidung für richtig. Wenn sich die Furcht am Kapitalmarkt langfristig nicht lege, könnten die Notenbanken aus seiner Sicht gar zu weiteren Maßnahmen gezwungen sein."

Wieso sollte sie sich legen und wieso sollte man als Sparer oder Investor in Ponzi-Schemen wie in GR oder IT investieren? Versteht die SG nichts vom Bankgeschäft, dass sie diese im Raum stehenden Fragen nicht sieht oder will sie sie nicht sehen, weil die Lüge schon zu groß zum scheitern ist?

"Letztlich ist es die Rolle der Notenbank, dem Bankensystem in problematischen Situationen Liquidität zur Verfügung zu stellen."

Letztlich ist es Aufgabe der Politik und des Bankensystems problematische Situationen wie diese zu verhindern.

Account gelöscht!

12.09.2011, 21:08 Uhr

So läßt er die Katze aus dem Sack. Und die Deutschen wissen, wie sie sich dagegen wehren können. Eine Transferunion machen vielleicht Merkel und Schäuble - rot-grün noch schlimmer. Aber Bestand wird das nicht haben!
Schon jetzt sage ich, alle hier vereinbarten Verträge sind Makulatur - daran muß sich dann Deutschland nicht halten. Verträge können beliebig gebrochen werden - davon sind wir alle Zeuge geworden.
Ergo: Der Euro wird zerbröseln. Und das ist gut so!

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