Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2015

12:06 Uhr

Euro-Zone

Banken vergeben etwas weniger Kredite

Weniger stark erwartet ist die Kreditvergabe von Banken in der Eurozone zurückgegangen, zurückgegangen ist sie aber doch, wie die EZB am Donnerstag mitteilte. Auch andere Zahlen fielen anders aus als erwartet.

Die Zahl der Kreditvergaben im Euroraum ist leicht zurückgegangen. Die EZB will das ändern. dpa

EZB versucht die Trendwende

Die Zahl der Kreditvergaben im Euroraum ist leicht zurückgegangen. Die EZB will das ändern.

FrankfurtDie Kreditvergabe der Banken in der Euro-Zone ist im Dezember leicht zurückgegangen. Die Geldhäuser vergaben insgesamt 0,5 Prozent weniger Darlehen als im Vorjahresmonat wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mitteilte.

Von Reuters befragte Experten hatten einen etwas stärkeren Rückgang von 0,7 Prozent erwartet. Im November war die Kreditvergabe noch um 0,9 Prozent gesunken. Die Währungshüter hatten im Oktober ihr Wertpapier-Kaufprogramm gestartet. Mit der Anschubhilfe durch den Erwerb von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen soll die Vergabe von Darlehen beflügelt werden.

Das Wachstum der für das Euro-Währungsgebiet wichtigen Geldmenge M3 lag im Dezember bei 3,6 Prozent. Experten hatten mit einem etwas geringeren Plus von 3,5 Prozent gerechnet. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Oktober bis Dezember) nahm M3 um 3,1 Prozent zu.

Die zentralen Punkte der EZB-Anleihekäufe

Gesamtvolumen

Zunächst etwa 1,14 Billionen Euro

Laufzeit

Ab März bis mindestens Ende September 2016 und bis sich die Inflation nachhaltig angepasst hat an eine Rate von knapp 2,0 Prozent.

Was wird gekauft

unter anderem Staatsanleihen mit Investmentgrad (diese sind von mindestens guter Kreditwürdigkeit) mit einer Laufzeit von 2 bis 30 Jahren, Anleihen von EU-Institutionen und Unternehmensanleihen

Aufteilung der Käufe

Die Aufteilung der Anleihekäufe auf die einzelnen Euroländer richtet sich nach dem Landesanteil am EZB-Kapital (Bevölkerungsanzahl und Wirtschaftsleistung). Deswegen werden vor allem deutsche Bundesanleihen gekauft, gefolgt von französischen und italienischen Papieren.

Risikohaftung

Nur 20 Prozent der Anleihekäufe unterliegen einer gemeinsamen Risikohaftung. Dazu zählen die Anleihen von EU-Institutionen, auf die 12 Prozent der Käufe entfallen sollen.

Die Geldmenge M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine stark wachsende Geldmenge gilt als Anzeichen für eine potenzielle Inflationsgefahr.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Noack

29.01.2015, 15:45 Uhr

Wie sollte die Inflation steigen, wenn die Banken weder den Unternehmen noch den Privathaushalten mehr Kredit geben? Es findet nicht einmal mehr Ersatz statt. Werden bald gar keine Kredite mehr im Umlauf sein? Was tun die Banken dann?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×