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17.12.2015

12:22 Uhr

Euronext

Börse setzt sich selbst vom Handel aus

VonMichael Brächer, Elisabeth Atzler

Verkehrte Welt in Holland: Die Amsterdamer Börse Euronext setzte im Streit mit der Regierung ihre eigenen Aktien vom Handel aus. Der Grund: Sie fühlt sich vom Staat unfair behandelt.

Der Börsenbetreiber setzte am Donnerstag seine eigenen Aktien vom Handel aus. Reuters

Euronext-Handelsraum in Paris

Der Börsenbetreiber setzte am Donnerstag seine eigenen Aktien vom Handel aus.

FrankfurtEs klingt wie ein Streich aus Schilda, doch der Schauplatz ist Amsterdam: Dort hat die niederländische Börse Euronext am Donnerstag ihre eigenen Aktien vom Handel ausgesetzt. Die Börse erklärte das mit einem anstehenden Gerichtsurteil in eigener Sache. Denn der Börsenbetreiber liegt mit dem niederländischen Finanzminister im Clinch. 

Für welche Geldanleger die Börse geeignet ist

Eigenverantwortung

Sie Wissen, dass Sie selbst die Verantwortung für Ihre Geldanlage übernehmen und schieben Verluste nicht auf die Tipps anderer.

Interesse

Sie beobachten das wirtschaftliche Geschehen national und international regelmäßig und scheuen sich nicht, weiteren Informationen gezielt nachzugehen und nach zu fragen.

Einsicht

Sie sind gewohnt, einmal getroffene Entscheidungen auch wieder zurückzunehmen, wenn Sie erkennen, dass sie falsch waren.

Eigensinn

Sie lassen sich nicht allzu leicht durch die Stimmung anderer anstecken und folgen niemals blindlings Empfehlungen, ohne sie selbst zu hinterfragen.

Vermögen

Sie verfügen über genügend liquide Mittel neben Ihrer Anlage an der Börse, um auch unvorhergesehene Probleme lösen zu können, ohne sofort auf Ihr angelegtes Geld zurückgreifen zu müssen (Faustregel: zwei Monatsgehälter als Reserve)

Quelle: Börse für Dummies

Euronext betreibt Handelsplätze in Amsterdam, Paris, Brüssel, London und Lissabon. Die niederländische Regierung hatte die Börse dazu verpflichtet, bis 2017 unter anderem 250 Millionen Euro Kapital vorzuhalten. Diese Auflage hatte der Staat dem Unternehmen beim Börsengang im vergangenen Jahr erteilt. Die Euronext zog dagegen vor Gericht. Sie will nicht wie eine Bank, sondern wie eine Börse behandelt werden – und fürchtet durch die Kapitalanforderungen Nachteile im Wettbewerb mit anderen Börsenbetreibern.

Mit ihrer Klage hatte die Börse Erfolg: Ein Gericht in Rotterdam gab am Donnerstag einem Euronext-Einspruch statt und erklärte die Vorgaben der Regierung für nichtig. Die Börse begrüßte das Urteil. „Euronext wird den Dialog mit dem Finanzministerium fortsetzen”, heißt es in einem Statement.

Der Handel mit der Euronext-Aktie war bis zur Bekanntgabe des Urteils ausgesetzt worden. Dabei handelt es sich um keinen ungewöhnlichen Vorgang: Zeichnen sich während der Handelszeiten kursrelevante Nachrichten ab, kann die Börse den Handel mit einer Aktie aussetzen, damit sich alle Anleger neu informieren können. Die Handelsaussetzung soll verhindern, dass einzelne Anleger einen Informationsvorsprung erlangen.

 

 

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