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10.07.2017

17:42 Uhr

Europäische Banken

Schäuble fordert Abbau fauler Kredite

Finanzminister Schäuble plädiert für den Abbau ausfallgefährdeter Kredite. Er sei aber nur schrittweise möglich. Ausdrücklich lobte er den Umgang Italiens mit seinen kriselnden Banken.

Der Bundesfinanzminister hat den Umgang Italiens mit den kriselnden Banken des Landes gelobt. dpa

Wolfgang Schäuble

Der Bundesfinanzminister hat den Umgang Italiens mit den kriselnden Banken des Landes gelobt.

BrüsselBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat einen Abbau der großen Menge ausfallgefährdeter Kredite bei europäischen Banken angemahnt. Das sei von entscheidender Bedeutung, allerdings nur schrittweise möglich, sagte der CDU-Politiker am Montag vor Gesprächen mit den übrigen Euro-Finanzministern in Brüssel.

„In einer Zeit, in der es wirtschaftlich ja in der Eurozone ganz gut geht, sind die Chancen, das zu stabilisieren, sehr günstig“, fügte Schäuble hinzu. Auch die Situation in Italien, wo viele Banken einen besonders hohen Bestand sogenannter fauler Kredite haben, sei die Lage aus seiner Sicht beherrschbar.

Insgesamt erreicht die Summe der Kredite mit hohem Ausfallrisiko bei europäischen Banken rund eine Billion Euro. Bei mehreren südeuropäischen Ländern ist die Quote besonders hoch. Die Finanzminister aller EU-Länder wollen am Dienstag einen Aktionsplan beschließen, um die Risiken abzumildern.

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Viele italienischen Banken litten lange unter der Vielzahl an faulen Krediten. Die Regierung steuerte Milliarden zur Rettung einiger Banken bei, die in den Augen der EZB allerdings nicht mehr überlebensfähig waren.

Schäuble äußerte sich auch zum Umgang Italiens mit den kriselnden Banken des Landes – und fand lobende Worte. Italien habe es in einer schwierigen Situation sehr gut gemacht, sagte der CDU-Politiker. „Ich glaube, das ist für uns eine gute Basis, um die Arbeit fortzusetzen, einschließlich Italien natürlich.“

Italien habe eine komplizierte politische Lage, aber die Dinge würden Stück für Stück besser, sagte Schäuble. Italiens Regierung hatte unlängst beschlossen, bis zu 17 Milliarden Euro für die kriselnden Institute Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza bereitzustellen, die von EZB als wohl nicht mehr überlebensfähig eingestuft wurden. Kritiker werfen der EU-Kommission und der Regierung in Rom allerdings vor, dabei die neuen Regeln zur Abwicklung von Krisenbanken missachtet zu haben, weil wieder Steuergelder herangezogen werden.

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