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19.10.2015

19:52 Uhr

Europäische Zentralbank

Großbanken erhalten höhere Kapitalvorgaben

Die Euro-Banken sind längst nicht in ruhigeren Gewässern. Davon geht die Europäische Zentralbank aus. Schwache Profitabilität und notleidende Kredite sind noch immer die größten Herausforderungen.

Die EZB ist seit Herbst 2014 direkt für die Aufsicht der größten Banken im Euro-Raum zuständig. In Deutschland beaufsichtigt sie die 21 wichtigsten Geldinstitute – darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. dpa

EZB in Frankfurt

Die EZB ist seit Herbst 2014 direkt für die Aufsicht der größten Banken im Euro-Raum zuständig. In Deutschland beaufsichtigt sie die 21 wichtigsten Geldinstitute – darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Brüssel/FrankfurtBanken im Euro-Raum sind nach Einschätzung der EZB noch längst nicht in ruhigeren Gewässern angekommen. Größte Herausforderungen seien die schwache Profitabilität und die notleidenden Kredite in ihren Bilanzen, sagte die oberste EZB-Bankenaufseherin, Daniele Nouy, am Montag vor einem Ausschuss des Europa-Parlaments in Brüssel.

„Banken müssen nach wie vor mit einem Niedrigzinsumfeld zurechtkommen und einer ungleichmäßigen wirtschaftlichen Erholung.“ Eine Reihe von Häusern müsse sich deswegen anpassen. Größere Banken könnten eine geringere Ertragskraft in Folge der Niedrigzinsen besser abfedern.

Die Bankenaufseherin rechnet außerdem damit, dass die neuen Kapitalvorgaben für die Institute nach der intensiven Überprüfung (SREP) im weiteren Jahresverlauf endgültig stehen werden. Die EZB-Aufsicht wendet dabei zum ersten Mal eine gemeinsame Methode für die rund 120 größten Institute der Euro-Zone an. Die festzulegenden Mindestkapitalanforderungen an die Großbanken für 2016 würden etwas höher ausfallen als im vergangenen Jahr, so Nouy. Ein zusätzlicher Puffer ergebe sich unter anderem aus den Kapitalanforderungen für die allergrößten systemrelevanten Banken.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Die einzelnen Häuser bekommen die neuen Vorgaben schriftlich mitgeteilt. Sie haben dann zwei Wochen Zeit, um zu reagieren. Die endgültige Festlegung wird im November erwartet. Veröffentlicht werden die individuellen Vorgaben nicht.

Im kommenden Jahr will die Bankenregulierungsbehörde EBA zusammen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und nationalen Aufsichtsbehörden einen neuen europaweiten Stresstest auflegen. Die Auswahl der daran teilnehmenden Geldhäuser müsse aber noch von der EBA genehmigt werden, erklärte Nouy. Die Methode für den Belastungscheck sei noch in der Entwicklung.

Etwa 50 bis 60 Institute sollen teilnehmen. Aber auch kleinere Banken sollen durchleuchtet werden.

Die EZB ist seit Herbst 2014 direkt für die Aufsicht der größten Banken im Euro-Raum zuständig. In Deutschland beaufsichtigt sie die 21 wichtigsten Geldinstitute – darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Von

rtr

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