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11.07.2016

17:38 Uhr

Europas Banker gegen die USA

Großes Tennis

VonMichael Maisch

Zumindest auf den Rasenplätzen des edlen Queens Club können Europas Banker die Konkurrenz von der Wall Street abhängen. Im vergangenen Jahr sah es noch deutlich schlechter aus.

In London spielten europäische gegen amerikanische Banker. PR

Bankertennis

In London spielten europäische gegen amerikanische Banker.

FrankfurtWenn es um die Weltrangliste der Banken geht, dann ist die Hackordnung eigentlich klar. Während die großen US-Geldhäuser nach der Finanzkrise wieder topfit, voller Elan und Angriffslust sind, suchen Europas Banken nach wie vor nach ihrer Form. Schwach kapitalisiert, ultraniedrige Zinsen und jetzt auch noch der Brexit, großer Sport sieht anders aus. Gerade erst hat der Chefvolkswirt der Deutschen Bank David Folkerts-Landau nach einem 150 Milliarden Euro schweren Rettungspaket für die angeschlagenen Geldhäuser auf dem alten Kontinent gerufen.

Doch es gibt noch eine andere Wahrheit, und die liegt auf dem Platz, wie schon Fußballlegende Otto Rehhagel wusste. Dieses Mal allerdings auf dem Tennisplatz.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Am vergangenen Wochenende traf sich Banker und andere Vertreter der Finanzwelt bei strahlendem Sonnenschein im traditionsreichen Queen's Tennis Club in London zum Finance Cup, um auszuspielen wer denn nun den härteren Aufschlag, die tödlichere Vorhand und den gefühlvolleren Stop spielen kann – die Wall Street oder doch das alte Europa.

Die Europäer hatten einiges gut zu machen. Denn beim letzten Finance Cup in New York im vergangenen Jahr ging das US-Team nicht nur siegreich vom Platz, sondern deklassierte die Europäer mit acht zu eins.

Auf den edlen Rasenplätzen des Queens Club gelang jetzt allerdings die Revanche. „Großartiges Tennis führte am Ende des Tages zu einem herausragenden Sieg“, konstatiert Jan Vrbsky, der für die deutsche Baader Bank mit dabei war. Am Ende schlugen die Europäer die Amerikaner mit sieben zu drei.

Beim Turnier waren auch frühere Tennisprofis dabei.

Bankertennis II

Beim Turnier waren auch frühere Tennisprofis dabei.

Ausgetragen wird der Wettbewerb in drei Altersgruppen 22 bis 36 Jahre, 37 bis 47 Jahre und alle Älteren. Gespielt werden nur Doppel. Dass das Ganze aber kein gemütliches Altherren-Turnier ist, zeigt die Teilnehmerliste. Viele der Spieler waren einmal auf der ATP-Weltrangliste platziert. Graydon Oliver, der heute für die US-Investmentfirma Avalon Advisors arbeitet, spielte beispielsweise im Doppel zwei Mal im Achtelfinale von Wimbledon und bei den US-Open.

Der Finance Cup soll jetzt jedes Jahr stattfinden. Nächstes Jahr treffen sich die aufschlagstarken Finanzprofis wieder in New York. Bis dahin müssen die europäischen Player ihre Top-Form halten. Und die Banken auf dem alten Kontinent haben sich hoffentlich auch wieder erholt. 

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