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13.02.2013

21:12 Uhr

Ex-Bundesbankpräsident

Euro-Krise ist für Weber noch lange nicht vorbei

VonPeter Köhler

Der Auftritt von UBS-Chefaufseher Axel Weber in Frankfurt wurde mit Spannung erwartet. Über seine Schweizer Bank redet Weber weniger. Die Eurozone stand im Mittelpunkt – und der Ex-Bundesbanker malt ein düsteres Bild.

Axel Weber: „Die Risiken in der Eurozone sind nicht weg“. dapd

Axel Weber: „Die Risiken in der Eurozone sind nicht weg“.

FrankfurtDer Festsaal im Casino-Gebäude auf dem Campus-Westend der Goethe Universität Frankfurt war am Mittwochabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Studenten, Banker und Wissenschaftler erwarteten Klartext – und sie wurden nicht enttäuscht. Denn der frühere Bundesbank-Präsident Axel Weber skizzierte ein düsteres Bild für die Eurozone, optimistischer redete er dagegen über die Wachstumsdynamik in den USA und Asien.

„Die Risiken in der Eurozone sind nicht weg“, sagte Weber auf der Veranstaltung des „House of Finance“. Die Krise sei wie ein Chamäleon, das sich dauernd verändere, wobei dem früheren Stabilitätspolitiker derzeit die „Illusion“ Sorgen bereitet, man könne über eine lockere Geldpolitik und Inflation die Schuldenproblematik lösen.

Bedenken hegte er in der Eurozone vor allem hinsichtlich Griechenlands und auch für Frankreich. Für Hellas sei eine „weitere Umstrukturierung der Schulden unvermeidlich“, die Diskussion darüber werde aber erst nach der Bundestagswahl geführt werden. Der teilweise Forderungsverzicht des öffentlichen Sektors werde jedenfalls nicht der letzte Schritt gewesen sein.

Trotzdem gab sich Weber überzeugt, dass Griechenland „fester Bestandteil der Eurozone bleiben wird.“ Skeptisch zeigte er sich auch mit Blick auf die Reformanstrengungen in Frankreich. Das Land stehe seiner Meinung nach heute „auf halber Strecke zwischen den Kern- und den Peripherieländern der Eurozone.“ Dies sei keine gute Entwicklung.

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Weber, der heute Verwaltungsratspräsident der schweizerischen Großbank UBS ist, mahnte auch eine weltweit einheitliche Regulierung der Banken an. Sein Haus habe sich als „early mover“ frühzeitig auf die höheren Kapitalanforderungen eingestellt, jetzt dürfe man deshalb nicht benachteiligt werden. Es müssten für alle Institute die gleichen Regeln gelten.

Den neuen antizyklischen Kapitalpuffer in der Schweiz für den inländischen Immobilienmarkt bezeichnete Weber als „durchaus richtigen Weg.“ Die UBS werde davon langfristig sicherlich profitieren. Der Schweizer Bundesrat hatte zuvor die Banken des Landes angewiesen, zusätzliches Kapital als Puffer gegen die Risiken des größten Immobilienbooms seit zwei Jahrzehnten vorzuhalten. Schweizer Banken müssen ab dem 30. September zusätzliche Eigenmittel in Höhe von einem Prozent ihrer risikogewichteten Wohnbauhypotheken halten, teilte der Bundesrat in Bern mit.

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Um die neuen Anforderungen zu erfüllen, werden die Banken ihre Eigenmittel laut Nachrichtenagentur Bloomberg insgesamt um etwa drei Milliarden Franken aufstocken müssen. Man wolle frühzeitig einer Blasenbildung bei den Immobilien entgegenwirken, erklärte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.

Kommentare (14)

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Roger13

13.02.2013, 22:02 Uhr

Ganz klar Deutschland wird nach der Bundestagswahl wieder die Geldbörse öffnen müssen. Dies obwohl D. ein armes Land geworden ist. Nach den Untersuchungen des IWF liegt Deutschland nach dem pro Kopf-Einkommen weit hinten. Von den angrenzenden Staaten haben nur die Polen weniger. Das reiche Deutschland ist nur noch ein Mythos. Die Hurraparolen von Presse und Fernsehen von der wirtschaftlichen Stärke dienen nur als Grund für weitere Umverteilung Richtung Europa. Die Menschen in D. haben hiervon nichts. Früher haben die Deutschen Brücken gebaut und heute leben sie unter diesen.

Vicario

13.02.2013, 22:23 Uhr

@ Roger13

Tja, Roger, so schnell kann es gehen :

- als wir noch das Land vor 1990 waren und unsren Fleiß und Arbeit für uns hatten, konnten wir Brücken bauen

- nach dem wir die Osis eingesammelt haben, den Club-Med im €-Raum durchfuttern und die ganzen Nackten im EU-Raum versorgen müssen......da müßen wir auch unter den Brücken schlafen...zaubern können unsere Führer auch nicht : das erarbeitete Vermögen wird ideologisch geprägt verschenkt !

Da müßen wir uns wohl bei den Schweizern bald anstellen.....?

Account gelöscht!

13.02.2013, 22:38 Uhr

Die Ohnmacht und Dummheit der Deutschen Bürger, wird wieder bestraft werden. Viel Spass weiter mit den Lügen unserer Politiker

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