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08.07.2016

17:22 Uhr

Ex-EU-Kommissionspräsident

Barroso heuert bei Goldman an

Portugiesischer Regierungschef, Präsident der EU-Kommission und nun Aufsichtsratschef von Goldman Sachs International in London: José Manuel Barroso tritt mitten im Brexit-Trubel seinen neuen Job bei der US-Investmentbank an.

„Enorme Erfahrung und ein tiefes Verständnis von Europa“, heißt es bei Goldman Sachs über den Portugiesen. Reuters

José Manuel Barroso

„Enorme Erfahrung und ein tiefes Verständnis von Europa“, heißt es bei Goldman Sachs über den Portugiesen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat sich die Dienste des ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso gesichert. Der 60-jährige Barroso werde Berater und „Präsident ohne Geschäftsbereich“ bei Goldman Sachs International (GSI) mit Sitz in der britischen Hauptstadt, teilte die Bank am Freitag mit. GSI ist die wichtigste Einheit der US-Investmentbank außerhalb von New York. „José Manuel bringt eine enorme Erfahrung mit und vor allem ein tiefes Verständnis von Europa.“ Er werde die Bank bei der Beratung von Kunden unterstützen, die „mit dem herausfordernden und unsicheren wirtschaftlichen Marktumfeld“ zurechtkommen müssten, erklärten die Co-Chefs von GSI, Michael Sherwood und Richard Gnodde.

Barroso war von 2002 bis 2004 Regierungschef von Portugal. Danach leitete der Konservative bis 2014 die EU-Kommission in Brüssel.

Seinen Job als GSI-Aufsichtsratbei Goldman Sachs beginnt er mitten im Trubel um das Brexit-Referendum. US-Banken trifft das Votum Großbritanniens für ein Ausscheiden aus der EU besonders. Sie nutzen das englischsprachige Finanzzentrum London bislang als Eintrittspforte zur Europäischen Union.

Spekulationen, der 60-Jährige sei vor allem verpflichtet worden, um bei der Bewältigung der Folgen des Brexit-Votums in Großbritannien zu helfen, trat das Geldhaus entgegen. Gespräche mit Barroso habe es bereits seit etwa einem Jahr gegeben, erklärte das Unternehmen gegenüber dem US-Sender CNBC. Zuvor war Barroso selbst von der „Financial Times“ mit den Worten zitiert worden, er werde alles tun, um die negativen Effekte der Brexit-Entscheidung zu lindern.

London ist auch Sitz von Goldman Sachs International. In der Tochter sind rund 6.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa 5.000 in London. Goldman Sachs denkt nach dem Votum zum Austritt Großbritanniens aus der EU darüber nach, inwieweit sie von London aus noch ihr Geschäft in der EU betreiben können.

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