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27.01.2011

18:45 Uhr

Ex-Führungsriege

BayernLB streitet über Milliarden-Fehlkauf

VonFidelius Schmid, Axel Höpner, Robert Landgraf, Stefan Menzel

Den letzten Tag im Untersuchungsausschuss nutzen die Akteure zu gegenseitigen Vorwürfen. Hat die BayernLB für die Hypo Alpe zu viel gezahlt? Das zumindest legt ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer Ernest & Young nahe: Auf 25 Seiten warnen die Prüfer vor Mängeln und drohenden Lasten.

Ein neues Gutachten legt nahe: Die BayernLB hat für die Hpo Alpe zu viel bezahlt. Quelle: dpa

Ein neues Gutachten legt nahe: Die BayernLB hat für die Hpo Alpe zu viel bezahlt.

MÜNCHEN/FRANKFURT/WIEN. Die Wand im Senatssaal des bayerischen Landtags ziert ein mächtiges Gemälde der Seeschlacht von Salamis. Perser und Griechen metzeln sich darin nieder, Anführer treiben ihre Truppen an, Wellen toben, und Frauen suchen Hilfe.

Im Saal selbst gerät die Aufarbeitung des Skandals um den Kauf der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die BayernLB gestern zur Schlammschlacht. Die früheren Chefkontrolleure werfen dem früheren Bankchef Werner Schmidt im Untersuchungsausschuss vor, vor dem Kauf wesentliche Risiken verschwiegen zu haben. Es geht letztlich darum, wer die Verantwortung trägt für das Debakel, das den Steuerzahler inzwischen 3,7 Milliarden Euro gekostet hat. Verantwortung mit politischen, strafrechtlichen und finanziellen Konsequenzen.

Ex-Vorstandschef Schmidt hat bei der Staatsanwaltschaft in München ausgesagt, er habe den Spitzen des Verwaltungsrats gleich bei zwei Gelegenheiten brisante Details zu dem Deal mit der HGAA genannt: Bereits vor der Absegnung des Kaufs hätten sowohl der damalige Verwaltungsratschef Siegfried Naser als auch dessen Vize, Kurt Faltlhauser, gewusst, dass der damalige Kärntener Landeshauptmann Jörg Haider auf eine Millionen-Sonderzahlung zugunsten des Fußballvereins SK Austria Kärnten bestehe, bevor er dem Geschäft zustimme. Zudem habe Schmidt darüber informiert, dass im Kaufvertrag für die HGAA mögliche Altlasten nicht abgesichert seien.

Naser und Faltlhauser weisen Schmidts Darstellung zurück. Bei den von Schmidt genannten Treffen, beide weniger als eine Woche vor dem Kauf, seien diese Themen nicht besprochen worden. "Alles im grünen Bereich", habe Schmidt ihm im Bezug auf zuvor monierte Risiken signalisiert, sagt Naser. Hätte er von den Zahlungen an den Fußballverein gewusst, "hätte es diesen Deal nicht gegeben", sagt Faltlhauser. Und: Auch bei einem Plausch der drei habe Schmidt nichts davon erzählt, dass die BayernLB nicht gegen Altlasten aus dem Kreditgeschäft der HGAA abgesichert sei.

Es sind schwere Vorwürfe, die Schmidt erhoben hat und die einen Teil der Schuld von ihm ablenken sollen. Bei der Sonderzahlung für das Fußballstadion geht es um den Verdacht der Bestechung. Nicht abgeschirmte Altlasten führen zu der Frage, ob die HGAA damals zu teuer erworben wurde. 1,6 Milliarden Euro hat die BayernLB damals für 50 Prozent an der HGAA bezahlt.

Kommentare (1)

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RoRo

28.01.2011, 01:08 Uhr

Teuere Spaß so ein Adria Geschäft.Ha Ha Ha......

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