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12.03.2014

18:36 Uhr

Ex-Goldman-Banker

Hohe Geldstrafe für „Fabulous Fab“

Als „Fabulous Fab“ wurde Ex-Goldman-Banker Fabrice Tourre berühmt. Er hatte Investoren mit komplexen Konstrukten in die Irre geführt, darunter auch die Düsseldorfer IKB. Jetzt muss er mehr als 800.000 Dollar zahlen.

Fabrice Tourre: Der ehemalige Goldman-Banker war von der Börsenaufsicht auf mehr als eine Millionen Dollar verklagt worden. AFP

Fabrice Tourre: Der ehemalige Goldman-Banker war von der Börsenaufsicht auf mehr als eine Millionen Dollar verklagt worden.

New YorkDer in einem spektakulären Betrugsprozess verurteilte Ex-Goldman-Sachs-Manager Fabrice Tourre ist zur Zahlung von mehr als 825.000 Dollar verurteilt worden. „Er hat weder Reue noch ein schlechtes Gewissen gezeigt“, sagte die US-Richterin Katherine Forrest am Mittwoch.

Der mittlerweile 35-jährige Tourre war im August von Geschworenen eines New Yorker Gerichts für schuldig befunden worden, Profi-Investoren beim Verkauf eines komplexen Hypotheken-Wertpapierkonstrukts in die Irre geführt zu haben. Unter den Geschädigten war auch die Düsseldorfer Bank IKB, die in der Finanzkrise mit Milliarden-Staatshilfen vor dem Kollaps bewahrt wurde. Tourre erklärte, er denke über weitere Schritte in dem Rechtsstreit nach.

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte den Franzosen auf 1,15 Millionen Dollar verklagt. Dessen Verurteilung im vergangenen Jahr hatte sie als großen Erfolg gefeiert. Schließlich gilt der Fall Tourres, der sich wegen seiner erfolgreichen Millionendeals bei Goldman und in Anlehnung an seinen Vornamen „Fabulous Fab“ („Fabelhafter Fab“) nannte, als exemplarisch für das Verhalten vieler Banker im Vorfeld der Finanzkrise.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Tourre verließ Goldman Sachs Ende 2012 und promoviert derzeit an der Universität von Chicago in Wirtschaft. Vor drei Jahren hatte Goldman in einem Vergleich 550 Millionen Dollar an die SEC gezahlt. Ein Teil der Summe ging damals an die frühere IKB-Eigentümerin, die staatliche Förderbank KfW.

Die SEC war am Mittwoch zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.03.2014, 13:05 Uhr

mehr nicht?!?!?!! das ist ja lächerlich für die moralischen verwerfungen und den angerichteten schaden!

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