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08.01.2013

18:32 Uhr

Ex-HSH-Nordbank-Chef

Nonnenmacher legt seine Abfindung in Richterhände

Die HSH Nordbank fordert von ihrem ehemaligen Chef Nonnenmacher die Abfindung zurück, sollte der vor Gericht verurteilt werden. Dies beschloss der Aufsichtsrat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue.

Der ehemalige Chef der HSH-Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, verzichtet auf seine Abfindung, sollte er verurteilt werden. dpa

Der ehemalige Chef der HSH-Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, verzichtet auf seine Abfindung, sollte er verurteilt werden.

HamburgDer ehemalige HSH-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher soll im Falle einer Verurteilung eine millionenschwere Abfindung an die kriselnde Bank zurückzahlen. Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank stimmte am Dienstag einer Änderung des vor gut zwei Jahren geschlossenen Aufhebungsvertrages mit dem Bankmanager zu. Demnach soll er die erhaltenen vier Millionen Euro einschließlich Zinsen im Fall einer strafrechtlichen Verurteilung zurückzahlen. Der Vertragsänderung habe Nonnenmacher bereits zugestimmt, sagte ein Banksprecher.

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen Nonnenmacher wegen Untreue und falscher Beschuldigung. Die HSH hatte den früheren IT- und Personalvorstand Frank Roth 2009 zu Unrecht entlassen. Ihm war unter anderem die Weitergabe von Informationen an Journalisten vorgeworfen worden. Für den Rauswurf hat sich die HSH inzwischen entschuldigt und Roth eine millionenschwere Abfindung gezahlt. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen waren Ende November Wohnungen Nonnenmachers von Ermittlern durchsucht worden.

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Aufsichtsratschef Hilmar Kopper sagte, mit der Vereinbarung sei es der Bank gelungen, ihre Interessen in vollem Umfang zu wahren. Rechtsexperten halten eine strafrechtliche Verurteilung Nonnenmachers jedoch für ungewiss. Vor Gericht enden Verfahren wegen Untreue regelmäßig in Vereinbarungen mit der Staatsanwaltschaft und werden gegen Geldauflagen eingestellt. Das Risiko für Nonnenmacher, die Abfindung zurückzahlen zu müssen, gilt daher als gering. "De facto wird Nonnenmacher seine Abfindung behalten", sagte ein Rechtsexperte mit Kenntnis der Zusammenhänge bei der HSH.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat bereits Anklage gegen Nonnenmacher wegen Untreue und Bilanzfälschung erhoben. Der Fall liegt seit Dezember 2011 beim Landgericht, Termine für eine Hauptverhandlung wurden noch nicht festgelegt.

Kommentare (6)

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Rene

08.01.2013, 16:53 Uhr

Herr Nonnenmacher ist ein sehr gutes Negativ-Lehrbeispiel für moralischen Verfall dt. Manager gepaart mit Gier und Inkompetenz.

Mazi

08.01.2013, 19:02 Uhr

Wurde schon einmal recherchiert, wer Nonnenmacher "die Steigbügel hielt" und wie er es erreichen konnte, in der Hierarchie so aufzusteigen?

shut-up

08.01.2013, 19:08 Uhr

Kopper ist der größte Versager und sollte sofort abgesägt werden!!!

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