Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.09.2012

12:30 Uhr

Ex-Morgan-Stanley-Manager

Notheis entschuldigt sich für "Mutti"-Mails

VonMartin-W. Buchenau, Jürgen Flauger

Bei den Verhandlungen um den umstrittenen EnBW-Deal bezeichnete der damalige Deutschland-Chef von Morgan Stanley in Mails unter anderem die Kanzlerin als "Mutti". Dafür entschuldigte er sich jetzt in einem Brief.

Dirk Notheis, der ehemalige Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley. dapd

Dirk Notheis, der ehemalige Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley.

Stuttgart/DüsseldorfDer Ex-Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley, Dirk Notheis, hat sich in einem Brief für seinen flapsigen  Ton in internen E-Mails bei der Vorbereitung des umstrittenen EnBW-Deals förmlich entschuldigt. „Ich bitte Sie um Entschuldigung für die unangemessene und unprofessionelle Sprache, die ich persönlich in verschiedenen E-Mails im Zuge des EnBW-Beratungsmandats verwendet habe", schrieb Notheis in einem auf den 27. September 2012 datierten Brief an den Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses des baden-württembergischen Landtages zur Aufklärung der EnBW-Affäre, Ulrich Müller.

In dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, bittet er auch den gesamten Landtag, die Entschuldigung anzunehmen. Notheis hatte in den Mails unter anderem die Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Mutti“ bezeichnet, die notfalls eine Treffen mit dem damaligen französischen Präsidenten Sarkozy arrangieren sollte.

Notheis beriet den damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) beim Kauf der von der französischen EDF gehaltenen Beteiligung am Energiekonzern EnBW. Wegen der Umgehung des Parlaments hatte der Staatsgerichtshof den Aktienkauf im Nachhinein für verfassungswidrig erklärt. Aufgrund der Höhe des Kaufpreises von 4,7 Milliarden Euro hat das Land Baden-Württemberg vor einem internationalen Schiedsgericht auf Rückzahlung von 834 Millionen Euro geklagt.

Führungswechsel: Wie der neue EnBW-Chef den Konzern auf Kurs bringen soll

Führungswechsel

Hohe Erwartungen an neuen EnBW-Chef

Nach sechs Monaten des Wartens darf Frank Mastiaux am Montag sein Amt antreten.

Im Schreiben an den Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses erklärt der Investmentbanker zudem, dass er nicht ein weiteres Mal vor dem Untersuchungsausschuss aussagen werde und wegen der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch machen werde.

Notheis hatte, nachdem der Mailverkehr öffentlich wurde, seinen Posten als Deutschland-Chef von Morgan Stanley im Juli aufgegeben. Gegen ihn sowie zwei Ex-Kabinettsmitglieder wird wegen des Verdachts der Beihilfe zu Untreue und gegen Mappus wegen Untreue ermittelt.

Mappus will erneut vor dem Ausschuss sprechen. Unklar ist allerdings wann. Denn der Ausschuss möchte erst abwarten, was die Staatsanwaltschaft zum Stand ihrer Ermittlungen sagt. Nach der Sommerpause beginnt heute die nächste Sitzung des Untersuchungsausschusses in Stuttgart.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Unternehmensberater

28.09.2012, 13:05 Uhr

so ein Mädchen dieser Notheis, die ganze Welt betitelt Merkel mit Mutti

gerlinde

28.09.2012, 13:13 Uhr

Aber EHRLICH! Gut getroffen, Monsieur! Bis hierhin glaubte ich tatsächlich, dass nur der Zorn der Volkesküche hinter der Tastatur so titelt. Möglicherweise sucht er eine Mutti!...Fürs Leben!! Jetzt, wo er zurücktrat. Eine schlecht inszenierte, theatralische Tragödie für das Lokaltheater.

Account gelöscht!

28.09.2012, 13:43 Uhr

Notheis entschuldigt sich für "Mutti"-Mails.
Da sieht man mal wieder, wie abgehoben manche Nadelsteifenträger denken und handeln. Wer wirklich Geist im Kopf hat, wird sowas nie denken. Es wird Zeit, daß solchen, zu schnell Aufgestiegenen unter Kontrolle kommen oder "gegroundet" werden.
Alles kommt raus, manchmal schneller, manchmal langsamer, aber es kommt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×