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03.05.2011

09:59 Uhr

Ex-Vorstand

BayernLB friert Gribkowskys Vermögen ein

Wichtiger Etappensieg im Kampf um Schadenersatz: Vor dem Landgericht München setzt sich die BayernLB mit einem Arrestantrag durch. Damit sichert sich die Bank den Zugriff auf das Vermögen ihres früheren Mitarbeiters.

Der frühere Risikomanager der BayernLB, Gerhard Gribkowsky. Quelle: dpa

Der frühere Risikomanager der BayernLB, Gerhard Gribkowsky.

Die BayernLB hat im Kampf um Schadenersatz von ihrem Ex-Vorstand Gerhard Gribkowsky einen Etappensieg errungen. Vor dem Landgericht München setzte sich die Bank am Dienstag mit einem Arrestantrag durch, mit dem das vorhandene Vermögen von Gribkowsky gesichert wird. Damit kann er nicht mehr auf seine Konten und Immobilienguthaben zugreifen.

Die BayernLB sichert sich so Ansprüche in dreistelliger Millionenhöhe gegen den Manager. Die Bank begründet ihre Forderung mit dem Desaster beim Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) im Jahre 2007. Der Vorstand habe das Verlustgeschäft durch unzureichende Informierung des Verwaltungsrates über die Risiken verschuldet.

Gribkowsky ist Anfang des Jahres verhaftet worden. Gegen ihn bereitet die Staatsanwaltschaft eine Anklage wegen Untreue sowie wegen Bestechlichkeit im Zusammenhang mit dem Verkauf von Formel-1-Anteilen vor.

Gribkowsky ist allerdings nur einer von mehreren Brennpunkten: Auch die anderen ehemaligen Vorstände sollen sich nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vor Gericht wegen des Kaufs der HGAA verantworten - es geht um 200 Millionen Euro Schadenersatz. Derzeit werde die Anklage wegen Veruntreuung von Bankvermögen vorbereitet. Sie soll in den nächsten Wochen vorliegen, berichtete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf Justizkreise. Mit dem Prozessbeginn beim Münchner Landgericht sei frühestens im Herbst zu rechnen, das Verfahren könne bis zu einem Jahr dauern.

Die früheren Vorstandsmitglieder der Bank haben den Kauf stets verteidigt und betont, nicht gegen Gesetze verstoßen zu haben. Nur durch die Finanzkrise sei der Deal zu einem Milliardengrab für die Bank - und damit für den Steuerzahler - geworden. Die HGAA-Übernahme 2007 hat den Steuerzahler 3,7 Milliarden Euro gekostet. Mittlerweile ist die Kärntner Bank, mit der die BayernLB eigentlich in Osteuropa expandieren wollte, an Österreich verschenkt worden. Immer neue Kreditausfälle hatten die Münchner dazu bewogen, die Notbremse zu ziehen.

Ein Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag kam mehrheitlich zu dem Ergebnis, dass die Landesbank die HGAA nie hätte kaufen dürfen. Die BayernLB geht bereits gegen die damals an der Transaktion beteiligten Vorstände vor. Sie müssen mit Schadenersatzansprüchen rechnen.

Von

dpa

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