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23.08.2012

12:40 Uhr

Expansion

Sparkassen mahnen Deka zur Vorsicht

Der Westfälische Sparkassenverband mahnt die Deka zur Vorsicht: Der Fondsdienstleister solle sich gründlich auf das mögliche Neugeschäft vorbereiten. Die Deka könnte künftig ins Zertifikategeschäft einsteigen.

Das Gebäude der DekaBank in Frankfurt. dpa

Das Gebäude der DekaBank in Frankfurt.

Düsseldorf Der Fondsdienstleister Deka soll bei der geplanten Expansion in neue Geschäftsfelder aus Sicht der westfälischen Sparkassen Vorsicht walten lassen. Er gehe davon aus, dass die Deka künftig in das Zertifikategeschäft einsteigen werde, sagte der Chef des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach. Das Frankfurter Institut, dessen Besitzer die Sparkassen sind, müsste sich aber gründlich auf das komplexe Neugeschäft vorbereiten.

Die Deka müsse erst schauen, dass sie die Materie beherrsche und solle erst dann loslegen, sagte Gerlach. Viele Sparkassen-Kunden zeigten Interesse an Zertifikaten - "auch wenn es sich im Kern um eine Wette handelt". Deshalb müssten die Sparkassen, wenn sie von der Deka mit Zertifikaten versorgt werden, den Kunden gut beraten und diesem klar machen, "was er da tut". Die Deka will über einen Einstieg ins Zertifikategeschäft bei der Verwaltungsratssitzung im September entscheiden.

Der deutsche Zertifikatemarkt ist hart umkämpft. Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers stehen viele Anleger den Produkten skeptisch gegenüber. Zudem dämpft die generelle Unsicherheit der Anleger seit Monaten das Geschäft. Dennoch sind in den vergangenen zwei Jahren einige neue Anbieter auf den Markt gekommen, darunter die australische Macquarie und die niederländische ING Gruppe. Macquarie hat sich mangels Erfolg inzwischen wieder zurückgezogen.

Neben dem Einstieg ins Zertifikategeschäft treibt die Deka auch die mögliche Übernahme von Geschäften der LBB um. Ob die Deka mit der Landesbank Berlin zusammengelegt wird, ist Gerlach zufolge noch völlig offen. Die Sparkassenorganisation hätten bei diesem Thema "keinen Handelungszwang". Im September solle ein Gutachten einer Unternehmensberatung zu den Instituten vorgelegt werden - "dann werden wir sehen, wie es weitergeht und wo es Überlappungen gibt". Die ostdeutschen Sparkassen (OSV) hatten Anfang August gegen eine Fusion von LBB und Deka plädiert und damit Insidern zufolge die Meinung der meisten deutschen Sparkassen ausgesprochen. Die Geschäftsfelder von LBB und Deka müssten vielmehr so abgegrenzt werden, dass es keine Doppelarbeit gebe, forderte der OSV.

Überschneidungen gibt es derzeit vor allem im Immobilien- und Fondsgeschäft von LBB und Dekabank. Die Neuausrichtung beider Institute gilt als eine der dringendsten Aufgaben des neuen Präsidenten des bundesweiten Sparkassenverbandes DSGV, Georg Fahrenschon. In der vergangenen Woche hatte Fahrenschon den langgedienten Credit-Suisse-Banker Michael Rüdiger als neuen Deka-Chef vorgestellt. Er soll die Neuausrichtung der Deka vorantreiben und das Kerngeschäft stabilisieren - aus den Deka-Fonds haben die Anleger zuletzt in Scharen Geld abzogen. (Reporter: Matthias Inverardi; Mitarbeit von Andreas Kröner und Carsten Lootze; redigiert von Till Weber)

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.08.2012, 16:05 Uhr

Die Sparkassen haben recht, wenn Sie zur Vorsicht mahnen. Denn das von den Banken in der Vergangenheit erfolgreich zum eigenen Nutzen betriebene Zertifikategeschäft hat immer einen Gewinner (=Bank oder Initiator). Der Kunde (Käufer dieser Wettscheine) hat zwar irgendwo eine geringe Chance; trägt aber letztendlich immer das volle Risiko. Das ist wie im Spielcasino !!!
Das war/ist vielen Kunden nicht bewusst, wird in der "Beratung" auch nicht so deutlich gesagt,denn sonst hätte der Absatz in der Vergangenheit auch nicht so gut geklappt. Die Sparkassen wären gut beraten, sich "bewusst" von diesem Geschäftsmodell zu distanzieren .

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