Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2007

11:55 Uhr

Experte warnt vor Vereinfachung

Italiens Banken übernehmen deutsches Führungssystem

VonKatharina Kort

Drei Milliardenfusionen haben Italiens Banken im zweiten Halbjahr angekündigt. Und in allen drei Fällen haben sich die Beteiligten für ein neues, duales Führungsmodell mit Vorstands- und Aufsichtsgremium entschieden.

MAILAND. Die bisher übliche Führungsstruktur in Italien besteht aus einem Verwaltungsrat (Consiglio di Amministrazione) mit einem eher repräsentativen Präsidenten und einem Vorstandschef (Amministratore Delegato), der die Geschäfte führt und ebenfalls Teil des Gremiums ist. Als erstes räumten Banca Intesa und Sanpaolo Imi mit diesem Modell auf. Sie führen in der fusionierten Bank einen Aufsichtsrat und ein Exekutiv-Komitee ein – ähnlich wie Vorstand und Aufsichtsrat in Deutschland.

Auch die Volksbank Banca Popolare di Verona e Novara (BPVN), die zurzeit den Konkurrenten Banca Popolare Italiana (BPI) übernimmt, entschied sich im Oktober für das neue Führungsmodell, ebenso wie zwei weitere Volksbanken: die der Banche Popolare Unite (BPU) und die Banca Lombarda, die im November ihre Fusion verkündeten.

Damit hat sich das Führungsmodell, das in Italien erst durch recht junge Gesetzesänderungen ermöglicht wurde, im Fusionsfall bereits gut etabliert. „Eine Erklärung dafür ist die Notwendigkeit, die Vertreter zweier Banken zufriedenzustellen“, stellt Andrea Resti fest, Professor für Bankenwesen an der renommierten Mailänder Bocconi-Universität. Mit zwei wichtigen Gremien können eben mehr wichtige Posten vergeben werden – an Top-Manager ebenso wie an wichtige Aktionärsvertreter. Und die Verteilung der zukünftigen Posten ist schließlich einer der größten Knackpunkte bei Fusionen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×