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09.02.2004

08:41 Uhr

Experten erwarten ein gutes Jahr für Fusionen und Übernahmen in Frankreich

Aventis-Offerte lässt Pariser Banker hoffen

VonHolger Alich

Erst die Übernahme des Industrie-Gasherstellers Messer Griesheim durch den französischen Konkurrenten Air Liquide, jetzt die Übernahmeschlacht zwischen den Pharma-Riesen Aventis und Sanofi-Synthélabo – für die Investmentbanker in Paris fängt das Jahr 2004 in Sachen Mergers and Aquisitions (M&A) gut an.

PARIS. Und der feindliche Übernahmeversuch der französischen Sanofi für den deutsch-französischen Wettbewerber scheint nur der Auftakt für eine neue Welle von Mega-Deals zu sein.

„Dieses Jahr werden wir mehr Fusionen und Übernahmen sehen als im vergangenen Jahr“, meint beispielsweise Georges Chodron de Courcel, Chief Operating Officer von BNP Paribas. Auf die Frage, ob sein Haus bereits einige Deals in der Pipeline habe, macht sich ein breites Lächeln auf dem Gesicht des Investmentbankers breit: „Ja“, lautet die knappe Antwort. Dabei seien sowohl Mandate zur Beratung von potenziell feindlichen Übernahmen als auch für freundliche Fusionen. BNP Paribas bildet zum Beispiel zusammen mit Merrill Lynch das Bankengespann, das Sanofi-Synthélabo bei der Attacke auf den deutlich größeren Konkurrenten Aventis berät.

Im vergangenen Jahr lag das M&A-Volumen in Frankreich trotz einer Belebung im zweiten Halbjahr noch unter dem des Vorjahres. Größter Einzeldeal 2003 war die Übernahme der Großbank Crédit Lyonnais durch den Wettbewerber Crédit Agricole, eine Transaktion mit einem Wert von rund 20 Mrd. Euro. Entsprechend belegen in den M&A-Ranglisten für Frankreich die Banken obere Plätze, die an dieser Fusion beteiligt waren (siehe Tabelle). In der Rangliste sind nur die Fusionen berücksichtigt, die bereits abgeschlossen sind. Dies erklärt die Platzierung von Goldman Sachs. Die US-Bank hatte Vivendi Universal bei der Abspaltung der amerikanischen Unterhaltungssparte beraten. Die Transaktion hatte ein Volumen von rund 12 Mrd. Euro.

In diesem Jahr sehen Investmentbanker die Ampeln für mehr Fusionen und Übernahmen in Frankreich auf Grün stehen: Die Zinsen sind niedrig, die Unternehmen haben ihre Restrukturierung zum großen Teil hinter sich, die Börsenbewertungen sind noch angemessen und das positive wirtschaftliche Umfeld lässt die Konzerne wieder an externes Wachstum durch Zukäufe denken, heißt es zum Beispiel bei Richelieu Finance. Die erfolgreiche Übernahme des Aluminiumherstellers Pechiney durch den Wettbewerber Alcan hat zudem gezeigt, dass die Investoren auch große strategische Zukäufe wieder unterstützen.

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