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20.01.2014

13:21 Uhr

EY-Studie

Jede dritte Bank will Stellen streichen

Eine neue Studie der Prüfungsgesellschaft EY zeigt, dass die Stimmung im Bankensektor schlecht ist. Die Geldhäuser wollen Kosten sparen. Besonders pessimistisch sind die Banker in Deutschland.

Die Frankfurter Banken-Skyline: „Nach mehreren Krisenjahren stehen viele deutsche Banken weiter vor erheblichen Herausforderungen“. dpa

Die Frankfurter Banken-Skyline: „Nach mehreren Krisenjahren stehen viele deutsche Banken weiter vor erheblichen Herausforderungen“.

FrankfurtSparpläne statt Rekordgewinne: Die Stimmung im deutschen Bankensektor ist zum Jahresstart 2014 gedrückt, wie die Prüfungsgesellschaft EY am Montag in Frankfurt bei der Vorlage des „Europäischen Bankenbarometers 2014“ berichtete. Demnach erwarte aktuell nur noch gut jede dritte deutsche Bank, dass sich ihre Geschäftslage im neuen Jahr verbessern wird - im Juni 2013 hatten sich noch 43 Prozent positiv geäußert.

Angesichts der schwierigen Ertragslage treten die Institute auf die Kostenbremse. Jede zweite Bank plane im kommenden Halbjahr Maßnahmen zur Kostensenkung, berichtete EY: Das werde auch die Mitarbeiter treffen. Denn mehr als jedes dritte deutsche Bankhaus (36 Prozent) beabsichtige, Stellen zu streichen, vor allem in der Verwaltung. Hingegen wollten nur 15 Prozent Mitarbeiter einstellen. Zudem bereiteten sich die Institute verstärkt auf mögliche Kreditausfälle und Abwertungen vor: Drei von zehn deutschen Banken planen, ihre Risikovorsorge zu erhöhen - nur jede zehnte will sie reduzieren.

„Nach mehreren Krisenjahren stehen viele deutsche Banken weiter vor erheblichen Herausforderungen“, sagte EY-Finanzexperte Claus-Peter Wagner: „Neue regulatorische Vorgaben und weiterhin niedrige Leitzinsen erschweren eine nachhaltige Erholung des Rentabilitätsniveaus. Für die Banken bedeutet das: Änderungen an Geschäftsmodellen und Kostenstruktur sind unumgänglich.“

Für die Studie wurden 184 Banken in Europa befragt, davon 41 in Deutschland. Dabei seien die hiesigen Bankmanager pessimistischer als Kollegen aus anderen Ländern Europas: In Großbritannien stellen die Optimisten demnach 87 Prozent, in der Schweiz und in Polen immerhin noch die Hälfte der Befragten.

Im Schnitt sind europaweit sechs von zehn Banken davon überzeugt, dass sich ihre Geschäftslage verbessern wird. Wagner hat eine Begründung parat: Die Bankmanager in manchen Ländern seien derzeit offensichtlich froh, dass es bislang nicht zu einer weiteren Eskalation der europäischen Schuldenkrise und entsprechenden Erschütterungen des Finanzsektors gekommen sei.

Von

dpa

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