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13.03.2017

16:33 Uhr

EY-Studie zu US-Banken

Europas Geldhäuser verlieren den Anschluss

Europas Großbanken haben sich noch immer nicht von den Folgen der jüngsten Finanzkrise erholt. Die US-Konkurrenz läuft ihnen davon – in immer höherem Tempo, wie eine neue Studie zeigt.

Die US-Banken haben 2016 umgerechnet 116,3 Milliarden Euro verdient – fast fünf Mal so viel wie die zehn nach Bilanzsumme größten Geldinstitute in Europa. dpa

Erfolgreiche US-Banken

Die US-Banken haben 2016 umgerechnet 116,3 Milliarden Euro verdient – fast fünf Mal so viel wie die zehn nach Bilanzsumme größten Geldinstitute in Europa.

FrankfurtDer Abstand der US-Banken zu ihren europäischen Wettbewerbern in Sachen Profitabilität hat sich im vergangenen Jahr weiter vergrößert. Während Europas Großbanken 2016 in der Summe einen kräftigen Gewinnrückgang um 20 Prozent hinnehmen mussten, konnten die Top-US-Banken ihre Führungsposition ausbauen und den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr nochmals um gut fünf Prozent steigern. Das ist das Ergebnis einer am Sonntag veröffentlichten Analyse des Beratungsunternehmens EY.

Die zehn nach Bilanzsumme größten Geldinstitute in Europa verdienten demnach im vergangenen Jahr unter dem Strich zusammen 24,5 Milliarden Euro. Bei den US-Konkurrenten waren es mit umgerechnet 116,3 Milliarden Euro fast fünf Mal so viel. Damit hinkt die Branche in Europa im fünften Jahr in Folge den Wettbewerbern aus Amerika deutlich hinterher. Staatlich verordnete Finanzspritzen nach der jüngsten Finanzkrise 2007/2008 hatten dazu beigetragen, dass sich US-Banken schneller erholten.

„Viele europäische Institute sind immer noch mit dem Abarbeiten von Altlasten beschäftigt, auch der Umbau der Geschäftsmodelle führt zu anhaltenden Einbußen“, erklärte EY-Bankenexperte Dirk Müller-Tronnier. „Obendrein kämpfen nach wie vor etliche Banken mit einer ungünstigen Kostenstruktur und mit dem historisch niedrigen Zinsniveau – bei vielen Banken erwirtschaftet das Zinsgeschäft kaum noch oder gar keine Gewinne mehr.“

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Von Strafzahlungen für umstrittene Geschäfte belastet sind Institute auf beiden Seiten des Atlantiks nach wie vor: Die zehn größten europäischen Banken mussten 2016 mit gut 9,8 Milliarden Euro etwas mehr als im Vorjahr aufbringen, für die US-Institute verdoppelte sich die Summe der Strafzahlungen binnen Jahresfrist auf umgerechnet 11,3 Milliarden Euro.

Unrühmlicher Spitzenreiter in dieser Rangliste: Die Deutsche Bank mit rund sieben Milliarden Euro. Der deutsche Branchenprimus hatte sich kurz vor Weihnachten mit der US-Justiz auf einen Vergleich über 7,2 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) für dubiose Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise 2007/2008 geeinigt: 3,1 Milliarden Dollar wurden als Zivilbuße fällig, 4,1 Milliarden Dollar muss der Dax-Konzern über fünf Jahre verteilt an „Erleichterungen für Verbraucher“ zur Verfügung stellen.

EY-Experte Müller-Tronnier rechnet damit, dass in der Branche Sparprogramme mit Filialschließungen und Entlassungen sowie Gebührenerhöhungen auch in den kommenden Jahren an der Tagesordnung bleiben werden. Der Abstand zwischen den europäischen Großbanken und ihren US-amerikanischen Wettbewerbern könnte sich nach seiner Einschätzung in den kommenden Monaten und Jahren noch vergrößern: „Die Deregulierungspläne der neuen US-Regierung versprechen niedrigere Regulierungskosten, die geplante Steuerreform könnte zu einer niedrigeren Steuerbelastung führen, und der Zinsanstieg in den USA bietet den Banken die Chance auf höhere Einnahmen im Zinsgeschäft.“

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Von

dpa

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