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14.11.2015

16:48 Uhr

EZB-Check

Milliarden-Kapitallücke bei Portugals Novo Banco

Bei einem Gesundheitscheck ist die EZB auf eine riesige Kapitallücke bei Portugals Novo Banco gestoßen. Doch nicht nur bei diesem Geldhaus wurden große Lücken im Finanzplan offengelegt. Fünf von neun Banken fielen durch.

Die Untersuchung der neun Banken umfasste einen Bilanzcheck (AQR) und einen Stresstest. Reuters

Novo Banco

Die Untersuchung der neun Banken umfasste einen Bilanzcheck (AQR) und einen Stresstest.

FrankfurtDie EZB ist in einem Gesundheitscheck bei fünf von neun durchleuchteten europäischen Banken auf Kapitallücken gestoßen. Vier der Geldhäuser hätten diese aber inzwischen schließen können, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Samstag in Frankfurt mit. Bei der portugiesischen Krisenbank Novo Banco wies die EZB jedoch einen ungedeckten Kapitalbedarf von 1,4 Milliarden Euro nach. Die Zentralbank prüfte die Häuser von März bis November auf Herz und Nieren, da sie die direkte Aufsicht über sie übernehmen wird oder bereits übernommen hat.

Portugals Problembank Novo Banco war aus dem überlebensfähigen Teil der früheren Banco Espirito Santo (BES) hervorgegangen. Das einst zweitgrößte Bankhaus des Landes wurde mit fünf Milliarden Euro vom Staat gerettet, nachdem es unter der Schuldenlast der Gründerfamilie zusammengebrochen war. Im September war der Verkaufsprozess für das Institut vorerst gescheitert. Die Bank hat nach der Überprüfung nun zwei Wochen Zeit, der EZB mitzuteilen, wie sie die Kapitallücke füllen will.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Die Untersuchung der neun Banken umfasste einen Bilanzcheck (AQR) und einen Stresstest. Eines der Häuser wurde nur einem Stresstest unterzogen. Deutsche Banken waren nicht darunter. Zu den geprüften Geldhäusern gehörten auch die Europa-Töchter der beiden russischen Großbanken Sberbank und VTB, die ihr Europageschäft von Wien aus steuern. Sie zählen zu den fünf Banken mit Kapitallücken. Beide Häuser konnten diese aber bereits vor Abschluss der Prüfung durch Kapitalerhöhungen abdecken.

Die EZB ist seit Herbst 2014 für die direkte Aufsicht über die wichtigsten Banken in der Euro-Zone zuständig. Zu den von ihr überwachten deutschen Instituten zählen unter anderem die Deutsche Bank<DBKGn.DE< und die Commerzbank.

Von

rtr

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