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09.04.2012

15:26 Uhr

EZB-Geldspritze

Portugals Banken leihen sich Rekordsumme

Nie haben sich portugiesische Banken mehr Geld von der EZB geliehen als im März dieses Jahres. Erst im Februar stellte ihnen die EZB über 19 Milliarden Euro zur Verfügung, jetzt ist es fast die dreifache Summe.

Die EZB versorgt Portugals Banken im März mit 56,3 Milliarden Euro frischem Geld. dpa

Die EZB versorgt Portugals Banken im März mit 56,3 Milliarden Euro frischem Geld.

LissabonPortugiesische Banken haben sich von der Europäischen Zentralbank so viel Geld geliehen wie noch nie. Im März borgten sie sich 56,3 Milliarden Euro, wie die Notenbank des hoch verschuldeten Landes bekanntgab. Das sind 18 Prozent mehr als im Februar und 15 Prozent mehr als die frühere Höchstsumme aus dem August 2010 von 49,1 Milliarden Euro. Eine Erklärung für den Anstieg gab die portugiesische Zentralbank nicht, zumal die EZB erst Ende Februar den Banken der Euro-Zone erneut eine riesige Summe billigen Geldes zur Verfügung stellte. Insgesamt holten sich die Banken bei zwei Tendern rund eine Billion Euro.

In der Schuldenkrise trauen sich Banken kaum noch untereinander, weshalb sie sich auch gegenseitig kaum noch Geld leihen. Portugal wird zudem von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds mit einem Rettungspaket von insgesamt 78 Milliarden Euro gestützt. Die Banken des Landes können sich bereits seit über einem Jahr nicht mehr am Interbanken-Markt mit Geld versorgen und hängen komplett am Tropf der EZB. Bei der jüngsten Mega-Geldspritze der EZB im Februar deckten sich die portugiesischen Banken einem Zeitungsbericht zufolge mit 19 Milliarden Euro ein.

Von

rtr

Kommentare (3)

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hardy66954

10.04.2012, 09:02 Uhr

kein Wunder, dass sich dann Target2 bei der EZB so stark aufbläht.... Verluste bleiben Verluste!!!

Rainer_J

12.04.2012, 11:14 Uhr

Zitat:"Eine Erklärung für den Anstieg gab die portugiesische Zentralbank nicht,..."

Ich denke, auch die Zahlen und Bilanzen Portugals sind gefälscht. Portugal muss offenbar sehr viel mehr Schulden und Ausgaben bedienen als offiziell bekannt gegeben wird.

Account gelöscht!

12.04.2012, 12:01 Uhr

"In der Schuldenkrise trauen sich Banken kaum noch untereinander, weshalb sie sich auch gegenseitig kaum noch Geld leihen."

Diesen Satz lese ich zwar immer wieder, halte ihn aber fuer ein grosses Geruecht, wohl mit dem Zweck den Zentralbanken eine Rechtfertigung fuer ihre Gelddruckerrei zu liefern.

Man muss sich mal ansehen welch mickrige Zinsen die Banken untereinander fuer Bankeneinlagen bezahlen. Die bewegen sich nicht selten weit unten den 1 Prozent der EZB. Also wenn da wirklich Geldbedarf zwischen den Banken da waere, dann wuerden die Zinsen wohl hoeher liegen. Aber so legt man halt besser das Geld bei der EZB an, weil es offensichtlich niemand braucht.

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