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13.02.2004

08:11 Uhr

EZB-Umfrage: Kreditrichtlinien weniger verschärft

Banken streben nach kürzerer Zinsbindung

Die Verschärfung der Vergaberichtlinien für Unternehmenskredite im Euroraum läuft langsam aus. Dies ist das Ergebnis der am Donnerstag veröffentlichten vierteljährlichen Bankenumfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Kreditgeschäft im Eurogebiet.

noh FRANKFURT/M. Der Umfrage zufolge ist der Anteil der Banken, die per saldo für das vierte Quartal 2003 von verschärften Richtlinien für die Gewährung von Krediten an Unternehmen berichteten, auf 17% gesunken. Im dritten Quartal waren es noch 23% gewesen. Dazu trug der Umfrage zufolge vor allem eine optimistischere Einschätzung der Konjunkturperspektiven durch die Banken bei.

Wenn die Konjunktur besser läuft, werden im allgemeinen weniger Kredite notleidend. Gleichzeitig führte die bessere Konjunktur zu einer höheren Kreditnachfrage. Erstmals seit Umfragebeginn berichteten etwas mehr Banken von steigender als von sinkender Kreditnachfrage.

„Etwas überraschend“ war für die EZB, dass trotz der günstigeren Aussichten der Anteil der Banken, die für das erste Quartal 2004 eine weitere Verschärfung der Kreditkonditionen erwarten, erstmals seit Umfragebeginn im Januar 2003 deutlich auf 22 % stieg.

Burkhard von der Osten, der bei der Commerzbank für die Steuerung des Kreditportfolios zuständig ist, hat eine Erklärung parat. Deutlich stärker verschärfen wollten die Banken der Umfrage zufolge allein ihre Richtlinien für die Vergabe langfristiger Unternehmenskredite. Seit Umfragebeginn liegt hier der Anteil der Banken, die auf die Bremse treten, deutlich höher als bei den kurzfristigen Krediten. Von der Osten erklärt das mit einer Veränderung der Vergabepolitik durch die Banken. „Die Tendenz hin zu kürzerfristigen Zinsbindungen ist ein Mega-Trend, der sich fortsetzen wird“, sagt der Kreditfachmann. Sie ermögliche es den Banken, Veränderungen der Bonität des Kunden während der Kreditlaufzeit preislich nachzuvollziehen.

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