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04.03.2016

15:58 Uhr

EZB und Negativzinsen

„Sparkassen müssen selbst über Bargeld entscheiden“

VonFrank Matthias Drost

Der Präsident des Bayerischen Sparkassenverbandes hat in einem Brief an die Mitgliedern erklärt, wie sie mehr Bargeld einlagern können. Im Interview erläutert Ulrich Netzer, wie der Brief wirklich zu verstehen ist.

Manche Sparkassen denken darüber nach, mehr Barbestände einzulagern.

Sparkassentresor

Manche Sparkassen denken darüber nach, mehr Barbestände einzulagern.

Bei ersten Sparkassen sollen Gedankenspiele im Gange sein, große Mengen Bargeld in Tresoren zu horten, anstatt es bei der Europäischen Zentralbank zu parken. Auslöser für diese Spekulationen war ein Rundschreiben des Bayerischen Sparkassenverbands an seine 71 Mitgliedssparkassen. Präsident Ulrich Netzer erklärt, warum er den Brief geschrieben hat.

Herr Netzer, werben Sie bei den 71 bayerischen Verbandssparkassen dafür, das Geld angesichts der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank eher in Tresoren zu bunkern?
Das ist eine Zusammenfassung, die ich so nicht unterschreiben kann. Das verhält sich anders.

Der Präsident des bayerischen Sparkassenverbands hat mit seinem Brief für Unruhe gesorgt.

Ulrich Netzer

Der Präsident des bayerischen Sparkassenverbands hat mit seinem Brief für Unruhe gesorgt.

Wie?
Vor einigen Wochen kamen einige Sparkassen auf uns zu. Sie fragten, welche versicherungstechnischen Kosten damit verbunden wären, wenn man mehr Bargeld als bisher vorhalten und nicht an die Zentralbank weiterreichen würde.

Also geht es im Kern um die Frage, welche Belastung höher ist: Die Negativzinsen der EZB, die derzeit bei 0,3 Prozent liegen,  oder die Kosten, die mit mehr Bargeld verbunden sind?
Ja. Wenn eine selbstständige Sparkasse ihre Verantwortung Ernst nimmt, dann ist es legitim, die betriebswirtschaftlichen Kosten zu eruieren. Da machen sich die Sparkassen schon Gedanken. In der Vergangenheit war es übrigens umgekehrt. Da galt, möglichst wenig Bargeld vorzuhalten, weil man bei der Zentralbank noch etwas dafür bekommen hat. Das ändert sich jetzt.

Und wie hat der Verband auf die Bitte der Mitglieder reagiert?
Unsere Leute haben mit der Versicherungskammer Bayern besprochen, die ja eine sogenannte Kassenversicherung anbietet. Die entsprechenden Deckungsmöglichkeiten für höhere Barbestände haben wir den Sparkassen in einem Rundschreiben mitgeteilt. Mehr ist nicht passiert. Wir haben keine Empfehlung in dem Rundschreiben abgegeben. Ob das sinnvoll ist, mehr Bargeld vorzuhalten, müssen die Sparkassen selbst entscheiden.

Kommentare (8)

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Herr C. Falk

04.03.2016, 16:26 Uhr

Versicherungstechnisch ist das schon von Belang. Jeder normale Schrankfachkunde kann nur eine bestimmte Summe in seinem Schließfach deponieren, übersteigt die Bargeldsumme diesen Betrag ist bei Verlust (Bankeinbruch, Gasexplosion, Erdbeben oder dergleichen) der Betrag über der vertraglich gedeckten Summe nicht abgesichert.

Wir treten ein in eine neue Aera der Geldpolitik. Slivio Gesell und seine Schwundgeldtheorie lassen grüssen aus der Tiefe der historischen Vergagenheit.

Herr Marc Otto

04.03.2016, 16:56 Uhr

oje, dann werden wohl die Drogenbarone, Verfassungsschutz, BND und die Polizei sich etwas anderes überlegen müssen, denn die können auf cash nicht verzichten.

Herr Marc Otto

04.03.2016, 17:14 Uhr

"Rache schmeckt am besten, wenn man sie kalt serviert"

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Tsipras kritisiert Grenzschließungen auf Balkanroute

"Das, was dort einige Länder verabredet und entschieden haben, richtet sich gegen alle Regeln, gegen ganz Europa und wir betrachten es als eine nicht freundliche Aktion! Es kann doch nicht sein, dass auf einem EU-Gipfel etwas verabschiedet wird, aber sich danach ein paar wenige zusammensetzen, um einfach Grenzschließungen zu beschließen. Diese Länder machen Europa so kaputt!", so Tsipras.

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