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11.12.2015

10:10 Uhr

EZB

Uni Credit erfüllt Kapitalanforderungen

Die EZB sieht es ungern, wenn Banken die an sie gerichtete Kapitalvorgaben veröffentlichen. Die Uni Credit hat es trotzdem getan – und demnach erfüllt ihr Kapitalpuffer gerade noch so die Vorgaben der EZB.

Zehn Prozent Kernkapital fordert die EZB von der Uni Credit. Mit 10,4 Prozent erfüllt die Bank die Vorgabe nur knapp. AFP

Uni Credit

Zehn Prozent Kernkapital fordert die EZB von der Uni Credit. Mit 10,4 Prozent erfüllt die Bank die Vorgabe nur knapp.

Mailand/FrankfurtDie Kapitalpuffer von Uni Credit sind nur etwas dicker als die Anforderungen der Bankenaufseher der EZB für die Mutter der Münchener HypoVereinsbank. Die italienische Großbank muss nach den Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 1. Januar an mindestens zehn Prozent hartes Kernkapital vorhalten, um ihre Risiken abzufedern, wie sie am Donnerstagabend mitteilte. Die geforderte Quote steigt bis 2019 jedes Jahr um weitere 0,25 Prozentpunkte, weil die EZB Uni Credit als so wichtig für das globale Bankensystem einstuft, dass sie nicht umfallen darf.

Zum 30. September kam Uni Credit auf eine Quote von 10,44 Prozent. Vorstandschef Federico Ghizzoni bekräftigte in der „Börsen-Zeitung“ (Freitagausgabe) das Ziel, mit dem vor vier Wochen beschlossenen Umbauprogramm bis 2018 aus eigener Kraft auf 12,6 Prozent zu kommen. Ghizzoni hatte mit seinem Plan die Bedenken der Analysten nicht ganz ausräumen können, dass die Bank am Ende doch den Kapitalmarkt werde anzapfen müssen. Am Donnerstag hatte Ghizzoni in einem Interview mit der Wiener Zeitung „Der Standard“ Pläne für eine Kapitalerhöhung jedoch erneut verneint.

Die EZB macht von 2016 an jeder einzelnen der von ihr direkt beaufsichtigten Banken individuelle Kapitalvorgaben. Während die EZB es selbst ungern sieht, dass die Geldhäuser diese Zahlen veröffentlichen, zwingt die italienische Marktaufsicht Consob die Institute dort, sie offenzulegen.

Die großen Rechtsrisiken der Investmentbanken (laut Moody's)

Barclays

Kapitalerhöhung 2008: Es geht um Ungereimtheiten bei der Kapitalerhöhung durch Investoren aus dem Nahen Osten, genauer um die Frage, ob gezahlte Gebühren korrekt veröffentlicht wurden. Altaktionäre blieben bei der Transaktion außen vor. Es ermitteln die britische Finanzaufsicht FCA, US-Justizministerium, SEC, und die britische Behörde für schwere Wirtschaftskriminalität SFO.

Handelssysteme: Hochfrequenzhändler sollen Einblicke in eigentlich anonyme Handelspositionen von anderen Kunden erhalten haben. Es ermitteln die US-Börsenaufsicht SEC und die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft.

HSBC

Geldwäsche: Geldwäsche-Vorwürfe und damit verbundene Sanktionsverstöße hält Moody`s für ein hohes Risiko für das britische Institut.

RBS

Verkauf toxischer US-Hypotheken: Die Royal Bank of Scotland hat dafür bereits 2,5 Milliarden Dollar zurückgelegt, Moody's hält aber eine endgültige Strafzahlung für wahrscheinlich, die „ein Vielfaches“ davon beträgt.

Deutsche Bank

Devisen: Es geht um Kursmanipulationen

Russlandgeschäft: Kunden sollen über die Russland-Tochter der Bank Schwarzgeld gewachsen haben.

Credit Suisse

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

UBS

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Goldman Sachs

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Uni Credit hatte erst vor wenigen Wochen einen radikalen Kahlschlag angekündigt. Sie streicht mehr als 18.000 Stellen – das ist jeder siebte Arbeitsplatz. Das Filialnetz der Bank Austria in Österreich soll verkauft werden, die Verhandlungen mit dem Konkurrenten Bawag P.S.K. und seinem Eigentümer, dem US-Finanzinvestor Cerberus, laufen. Auch die Tochter in der Ukraine soll verkauft werden.

Die Münchener HVB will Ghizzoni nicht mit Akquisitionen stärken: „Die HypoVereinsbank ist stark genug aufgestellt, um ihre geschäftlichen Ziele aus eigener Kraft zu erreichen“, sagte er der „Börsen-Zeitung“. „Zukäufe sind dafür nicht notwendig.“ Die Übernahme der HVB vor zehn Jahren sei richtig gewesen, seine Zwischenbilanz falle „überwiegend positiv“ aus. „Die Übernahme der HVB scheint die erste und einzige überregionale Akquisition in der Eurozone gewesen zu sein, die wirklich funktionierte.“

Von

rtr

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