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06.08.2012

15:40 Uhr

Fahndung

US-Steuerfahnder verhören Kinder eines Schweizer Bankers

Zwei Kinder eines Schweizer Bankers sind bei ihrer Einreise stundenlang von US-Behörden verhört worden. Die Beamten wollten Details über den Vater erfahren, der einem Zeitungsbericht zufolge Vermögensverwalter ist.

Die Schweizer Banken hatten im vergangenen April unter Druck der US-Behörden die Namen von rund 10.000 Beschäftigten an die USA übermittelt, die in Kontakt mit US-Kunden standen. dpa

Die Schweizer Banken hatten im vergangenen April unter Druck der US-Behörden die Namen von rund 10.000 Beschäftigten an die USA übermittelt, die in Kontakt mit US-Kunden standen.

GenfDie Behörden in den USA haben einem Bericht zufolge stundenlang zwei Kinder eines Schweizer Bankers verhört. Die beiden Jugendlichen hätten nach der Einreise sechs Stunden lang weder ihre Eltern noch ihre Großeltern, die sie besuchen wollten, kontaktieren können, berichtete die Zeitung „La Tribune de Genève“ am Montag.

Die Beamten erkundigten sich demnach - offenbar im Rahmen von Ermittlungen zu US-Steuersündern - genau nach dem Aufenthaltsort des Vaters, seiner Tätigkeit und möglichen Reisen in die USA. Der Mann ist laut Zeitung als Vermögensverwalter tätig.

Die Schweizer Banken hatten im vergangenen April unter Druck der US-Behörden die Namen von rund 10.000 Beschäftigten an die USA übermittelt, die in Kontakt mit US-Kunden standen. Die Schweizer Regierung hatte der Datenübermittlung zuvor zugestimmt. Gegen diesen Schritt wehren sich zahlreiche Banker. Viele wissen nach Angaben eines ihrer Anwälte nicht, ob sie überhaupt betroffen sind.

Die USA verstärken seit einiger Zeit ihren Druck auf Geldinstitute in der Eidgenossenschaft. Betroffen sind unter anderem die UBS, Credit Suisse oder Julius Bär, aber auch auf israelische Banken wie Leumi, Hapoalim oder Mizrahi. Wegelin, die älteste Bank der Schweiz, war Ende Januar am Steuerstreit mit den USA zerbrochen und musste ihr Geschäft außerhalb der USA an die Raiffeisen-Bank verkaufen.

Von

afp

Kommentare (8)

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N_K

06.08.2012, 17:03 Uhr

" Fahndung:
. US-Steuerfahnder verhören Kinder eines Schweizer Bankers "

Ja, ja - und dann sagt man immer wieder, es gäbe keine Sippenhaft.
Genau wie es ja auch keine "Sippenhaft" ist, wenn schon seit bald 70 Jahren Wiedergutmachung für Nazi-Verbrechen bezahlt wird von Leuten, die damals noch gar nicht gelebt haben.

Fred

06.08.2012, 17:20 Uhr

Vielleicht sollte man in Europa in Zukunft auch einreisende Kinder von hohen CIA, FBI und Goldman-Sachs Mitarbeitern/Chefs festhalten und über ihre Erzeuger ausfragen.

Egon

06.08.2012, 17:28 Uhr

Die Quittung wird sicherlich bald ausgestellt werden. Dann holen wir uns alles wider zurück von der Drecksbande...

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