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17.03.2004

14:04 Uhr

Fall Stralsund ist abgeschlossen

Kein Ausverkauf der Sparkassen

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Dietrich Hoppenstedt, erteilt Verkäufen und Zusammenschlüssen über die drei Säulen des deutschen Bankwesens hinweg eine klare Absage.

HB FRANKFURT. „Säulenübergreifende Fusionen sind kein Weg zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschland. Sie würden Wettbewerb vermindern“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Dietrich Hoppenstedt, am Mittwoch in Frankfurt. Versuche, Sparkassen zu verkaufen, könnten nicht erfolgreich sein, da auch eine Mehrheit der Bevölkerung dagegen sei.

„Der Fall Stralsund ist für uns abgeschlossen“, meinte Hoppenstedt. Das Prüfverfahren der Stadt Stralsund zum Verkauf ihrer Sparkasse war Anfang März gestoppt worden. Der DGSV-Präsident rechnet allerdings weiterhin mit Fusionen innerhalb der Gruppe. Die Zahl der Sparkassen in Deutschland werde auch in nächster Zeit um rund 25 Institute pro Jahr abnehmen. Derzeit liegt die Zahl bei 489 und damit um 35 niedriger als noch vor Jahresfrist. Auch auf der Ebene von regionalen Sparkassenverbänden seien Zusammenschlüsse möglich.

Sparkassen und Landesbanken bedienen rund 50 Millionen Kunden. Die öffentlich-rechtlichen Institute seien auf einem erfolgreichen Weg. „Wir sehen uns betriebswirtschaftlich und politisch nach dem vergangenen Geschäftsjahr erheblich gestärkt“, meinte Hoppenstedt. Ein Viertel des geplanten zusätzlichen Gewinnpotenzials in Höhe von vier Milliarden Euro sei durch Kostensenkungen und Ertragszuwächse bereits realisiert. Das operative Ergebnis der Sparkassen kletterte 2003 um zwölf Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Ein hoher Steueraufwand führte trotz eines noch kräftiger gestiegenen Ergebnisses nach Bewertung jedoch dazu, dass nach Steuern nur ein kleiner Zuwachs von zwei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro verbucht wurde.

Die Sparkassen verteilten 2003 auch mehr Kredite an Unternehmen. Die Zusage neuer Darlehen legte um 15 Prozent auf 92,2 Milliarden Euro zu, bei den Auszahlungen betrug das Plus zehn Prozent. „Es waren Sparkassen und Landesbanken, die in Deutschland eine Kreditklemme verhindert haben“, meinte Hoppenstedt. Die Sparkassen beschäftigen insgesamt 271 860 Mitarbeiter - 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Betriebsbedingte Kündigungen wurden vermieden, die Teilzeitquote liegt inzwischen bei einem Viertel.

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