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27.08.2013

23:16 Uhr

Fannie Mae und Freddie Mac

JP Morgan steht vor Milliardenforderungen

17 Banken sollen nach Sichtweise einer US-Behörde die Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac mit faulen Schuldverschreibungen übers Ohr gehauen haben - und JP Morgan soll dafür nun offenbar bluten.

London Whale und faule Hypotheken: Bei JP Morgan geben sich die Anwälte die Klinke in die Hand. AFP

London Whale und faule Hypotheken: Bei JP Morgan geben sich die Anwälte die Klinke in die Hand.

New YorkEine juristische Auseinandersetzung um faule Hypothekenanleihen könnte die US-Großbank JP Morgan Milliarden kosten. Berichten der "Financial Times" und der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will eine US-Behörde für einen außergerichtlichen Vergleich mindestens sechs Milliarden Dollar (ca. 4,5 Milliarden Euro) von JP Morgan sehen. Die Berichte berufen sich auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Die Federal Housing Finance Agency (FHFA) wirft demnach JP Morgan vor, den staatsnahen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac faule Hypotheken-Schuldverschreibungen verkauft zu haben. Weder die FHFA noch JP Morgan wollten sich zu den Berichten äußern.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Fannie Mae und Freddie Mac wurden 2008 mit US-Steuergeldern vor dem Bankrott gerettet und kurz darauf unter Verwaltung der FHFA gestellt. Die Behörde erstellt unter anderem auch den Index für US-Immobilienpreise.

Seither haben Fannie Mae und Freddie Mac zusammen 187,5 Milliarden US-Dollar (rund 140 Milliarden Euro) an Staatshilfe bekommen. Um einen Teil dieses Geldes zurückzubekommen, verklagte die FHFA vor zwei Jahren nicht nur JP Morgan, sondern 16 weitere Banken wegen des Verkaufs fauler Hypothekenpfandbriefe. Dazu gehören Bank of America, Goldman Sachs, Citigroup und UBS.

Insgesamt fast 200 Milliarden Dollar machte die FHFA im Namen von Fannie Mae und Freddie Mac der Klageschrift zufolge als finanzielle Schäden auf Hypothekenanleihen geltend, auf JP Morgan entfiel dabei eine Schadensersatzforderung von 33 Milliarden Dollar.

Die Schweizer Bank UBS hat sich bereits mit der Behörde geeinigt und 885 Millionen Dollar gezahlt.

Von

png

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

28.08.2013, 04:04 Uhr

Das kann gar nicht sein. Die Leute tun nichts Böses. Das waren bestimmt wieder die Griechen oder so.
Wann endlich wird diesen Verbrechern das Handwerk gelegt?
Wie wär´s? Die Linke und AfD zusammen über 50%. Ich würde das Experiment wagen, denn schlechter kann es nicht werden.

Account gelöscht!

28.08.2013, 06:56 Uhr

Nun soll also JP Morgan blechen.
Ob sich die Behörde auch an Goldman, Rothschild und Co. ran wagt? Sicherlich nicht, denn das wäre ja dann schnell Antisemitismus! JP Morgan hat anscheinend diesen Joker nicht.

twsan

28.08.2013, 07:10 Uhr

Wenn das wirklich käme, wäre das richtig gut.
Wer faule Produkte kreiert - so wie es diese Großbanken getan haben als ihnen die "normalen" Einnahmen nicht mehr genug waren - ist ein Betrüger und muss wie ein solcher behandelt werden.
Aber der Schadensersatz ist nur die halbe Miete. Die Betrüger müssen auch noch persönlich mit Haftstrafen zur Rechenschaft gezogen werden!

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