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27.01.2004

07:35 Uhr

Banken

Faule Kredite belasten Japans Banken

Trotz Branchenerholung bleiben die faulen Kredite der japanischen Banken ein hochsensibles Thema in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft.

bas TOKIO. Der Aktienkurs der viertgrößten japanischen Bankengruppe, UFJ, sackte gestern um fast zwölf Prozent, nachdem die führende Wirtschaftszeitung des Landes berichtet hatte, die Finanzaufsicht wolle in Kürze Kreditverträge des Instituts untersuchen. Die Lage vieler Kreditnehmer sei schlechter als angegeben.

Das Institut dementierte: „Wir wissen nichts von irgendwelchen neuen Untersuchungen der Behörde“, sagte ein Sprecher. Dennoch verschob die UFJ Bank die erst vergangene Woche bekannt gegebene Ausgabe nachrangiger Anleihen für ausländische Investoren in US-Dollar und Euro.

Dem Bericht der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ zufolge soll UFJ Dokumente vor der Finanzaufsichtsbehörde FSA verborgen haben. Die Bank bestreitet dies. Nach Untersuchungen der FSA hatten Japans Banken schon des öfteren ihre Rückstellungen anheben müssen. Im November zur Vorlage der Halbjahreszahlen hatte UFJ seine Rückstellungen nicht erhöht, statt dessen aber die Gewinnprognose für das gesamte Jahr. Eine Kreditprüfung der FSA könnte die erwarteten 210 Mrd. Yen (1,6 Mrd. Euro) wieder gehörig schmälern.

Japans fünftgrößte Bank, Resona, hatte ihre Reserven nach der Kapitalhilfe des Staates immens erhöht. Analysten befürchten, dass der Grund dafür eine radikalere Kreditklassifizierung ist, nach der auch die Megabanken des Landes weitaus schlechtere Bilanzen hätten als bekannt. Entsprechend fielen auch die Aktien der UFJ-Konkurrenten gestern. Alle japanischen Großbanken hatten für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr nach hohen Verlusten die Rückkehr in die Gewinnzone versprochen.

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