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24.10.2012

23:12 Uhr

Faule Kredite

US-Regierung verklagt Bank of America

Die US-Regierung hat die Bank of America verklagt. Grund sind faule Immobilienkredite, die die Großbank an die verstaatlichten US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verkauft hatte.

Die US-Regierung hat die Bank of America auf mehr als 1 Milliarde Dollar Schadenersatz verklagt. dpa

Die US-Regierung hat die Bank of America auf mehr als 1 Milliarde Dollar Schadenersatz verklagt.

New York/WashingtonDie US-Regierung hat die Bank of America auf mehr als 1 Milliarde Dollar Schadenersatz verklagt. Sie wirft dem zweitgrößten Kreditinstitut des Landes vor, zu Zeiten der Finanzkrise minderwertige Hypotheken an die beiden staatlichen Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verkauft zu haben. Die Folge seien hohe Verluste gewesen, weil viele Kreditnehmer später ihre Raten nicht mehr hätten zahlen können, erklärte die Bundesstaatsanwalt von Manhattan am Mittwoch.

Die Geschäfte hätten dem Steuerzahler mehr als eine Milliarde Dollar (772 Millionen Euro) Verlust eingebracht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Vorwürfe richten sich gegen den Immobilienfinanzierer Countrywide Financial, den die Bank of America inmitten der Finanzkrise gekauft hatte.

Countrywide wird zur Last gelegt, zwischen 2007 und 2009 faule Kredite mit einer guten Bonität versehen und an Fannie Mae und Freddie Mac weiterverkauft zu haben. Der Betrug sei in seinem Ausmaß „spektakulär dreist“ gewesen, sagte Staatsanwalt Preet Bahara.

Die Praxis habe unter Countrywide Financial begonnen und sei nach dem Kauf durch die Bank of America im Jahr 2008 fortgesetzt worden. Das US-Justizministerium fordert nun Schadenersatz in Höhe von einer Milliarde Dollar.

Fannie Mae und Freddie Mac kaufen Banken deren Hauskredite in großen Paketen ab. Sinn ist, dass die privaten Institute frisches Geld bekommen und dadurch neue Kredite vergeben können. Die Bank of America beziehungsweise der von ihr im Jahr 2008 übernommene Hausfinanzierer Countrywide hätten jedoch die Kreditanfragen nicht sauber geprüft, um möglichst schnell möglichst viele Hypotheken vergeben zu können, heißt es in der Klage.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Bank of America für Countrywide verantworten muss. Sie ist in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verstrickt, die regelmäßig in milliardenschwere Vergleichen münden.

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Denn Countrywide hatte selbst denjenigen noch Kredit gewährt, die kaum Sicherheiten hatten und sich deshalb eigentlich gar kein Haus hätten leisten können. Die Bank of America hatte im Rahmen eines Vergleichs bereits Ende 2010 Fannie Mae und Freddie Mae jeweils 1,3 Milliarden Dollar überwiesen.

In den USA hatten ab 2007 immer mehr einkommensschwache US-Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr abzahlen können. Dies löste in einem Domino-Effekt eine weltweite Krise aus, weil die schlecht abgesicherten Kredite von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht wurden.

Kommentare (2)

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Brasil

25.10.2012, 00:19 Uhr

Sieh mal einer an, G&S soll an diesen Deals nicht beteiligt gewesen sein? So ein Zufall!

Account gelöscht!

25.10.2012, 05:23 Uhr

Wieso haben Fannie Mae und Freddie Mac erst ab 2007 faule Kredite gekauft? Die haben bereits in den 90ern damit begonnen, weil ein gewisser Bill Clinton allen Amerikanern ein Häuschen verschaffen wollte, auch wenn sie es nicht überhaupt nicht leisten konnten. Die Subprime Kredite waren politisch gewollt und wurden zusammen mit der Niedrigzinspolitik der FED (ebenfalls politisch motiviert) zum Startschuß für die Fianzkrise 2008.

Bereits 1999 gab es die ersten warnenden Stimmen: http://www.nytimes.com/1999/09/30/business/fannie-mae-eases-credit-to-aid-mortgage-lending.html

Aber die Regierung der Demokraten war offenbar taub und blind für die drohenden Probleme. Später hat G.W. Bush genau auf dieser Schiene weitergemacht.

Leider kann man Parteien und ihre Politiker nicht verklagen für den Mist, den sie veranstalten. Bei uns auch nicht, wenn uns die Europolitik eines Tages um die Ohren fliegt.

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