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14.07.2014

13:33 Uhr

Faule Wertpapiere

Citigroup zahlt Milliarden für Straffreiheit

Im Streit um riskante Hypothekenpapiere war die Citigroup mit einem Angebot von 363 Millionen Dollar in die Verhandlungen gegangen. Doch die Einigung mit dem US-Justizministerium kommt die Bank weitaus teurer zu stehen.

Citibank-Filiale in New York: Die Großbank zahlt sieben Milliarden Dollar, um einer Strafe zu entkommen. AFP

Citibank-Filiale in New York: Die Großbank zahlt sieben Milliarden Dollar, um einer Strafe zu entkommen.

New YorkDie Citigroup zahlt rund sieben Milliarden Dollar, um eine Anzeige des US-Justizministeriums wegen riskanter Hypotheken zu vermeiden. Das teilte die Bank am Montag mit. Am Sonntag hatte bereits die „New York Times“ über eine mögliche Einigung berichtet.

Der Großbank wird vorgeworfen, auf schlecht abgesicherten Immobilienkrediten basierende Hypothekenpapiere vertrieben zu haben, die den Investoren Verluste in Milliardenhöhe bescherten – auch dem Staat. In der vergangenen Woche hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, Citigroup habe akzeptiert, mehr als vier Milliarden Dollar zu zahlen. Das US-Justizministerium hatte ursprünglich zwölf Milliarden Dollar verlangt. Citigroup war in die Verhandlungen mit einem Angebot von 363 Millionen Dollar gegangen.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Mitte Juni waren die Gespräche beider Seiten noch ergebnislos abgebrochen worden. Das Justizministerium hatte daraufhin der Citigroup, einer der größten Banken der USA, mit einer Klage gedroht.

Wegen ähnlicher Vorwürfe hatte die US-Bank JP Morgan im vergangenen Jahr eine Strafe von 13 Milliarden Dollar akzeptiert. Die Bank of America verhandelt mit den US-Behörden ebenfalls über einen Vergleich. Von ihr werden 17 Milliarden Dollar gefordert. Im Zusammenhang mit der Immobilienkrise mussten rund ein Dutzend US-Banken seit 2012 bereits mehr als 80 Milliarden Dollar an unterschiedlichen Strafen zahlen.

Die Citigroup wird am Montag vor Eröffnung der US-Börsen ihr Ergebnis für das zweite Quartal vorlegen. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg schätzen elf Analysten den Gewinn auf durchschnittlich 3,37 Milliarden Dollar, was einem Rückgang um 19 Prozent entspräche.

Von

ap

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