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14.03.2006

14:54 Uhr

Fazit der Übernahme

HVB stellt sich gutes Zeugnis aus

Nach eigener Aussage hat die Hypo-Vereinsbank die Übernahme durch die italienische Unicredito gut überstanden. Auch seien unterm Strich keine Kunden abgewandert, wie Branchenexperten befürchtet hatten. Nun will die Bank wachsen – auch durch Zukäufe.

HB MÜNCHEN. „Bei den Privatkunden sollte der Saldo über alles positiv sein“, sagte HVB-Chef Wolfgang Sprißler am Montagabend in München. Abgänge seien durch Zugänge aufgefangen worden. Auch im Firmenkundengeschäft sei die Zahl der Kunden in etwa unverändert geblieben. Abgänge bei den Firmenkunden und freien Berufen seien komplett durch Neugeschäft kompensiert worden. Dabei sei auch die Qualität des Kundenstamms verbessert worden. Durch diese Entwicklung habe die Hypo-Vereinsbank Marktanteile gewonnen, da der Markt rückläufig sei. „Es gibt in Deutschland einen Trend zur Reduzierung von Bankverbindungen.“

Nach einer von der Zeitung „Die Welt“ zitierten Studie des Marktforschungsintituts TNS Infratest hat die Hypo-Vereinsbank im vergangenen Jahr bei Privatkunden jedoch Marktanteile verloren und hält nun 1,5 Prozent nach 1,6 Prozent ein Jahr zuvor.

Auch wenn es – wie bei großen Fusionen üblich – Probleme beim Zusammenschluss gegeben habe, komme das Vorhaben gut voran, bilanzierte Sprißler. „Wir wollen wachsen und wir müssen wachsen“, gab der HVB-Chef die Marschrichtung vor. Dabei setze er in erster Linie auf organisches Wachstum und eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit. „Falls sich die Gelegenheit ergibt, wollen wir aber auch durch Akquisitionen wachsen.“

Die Hypo-Vereinsbank ist derzeit vor allem im Süden und im Norden Deutschlands vertreten. „Dazwischen ist nicht allzu viel“, sagte Sprißler. Um regionale Lücken zu füllen, sei vereinzelt auch der Aufbau neuer Filialen geplant. Mit Zukäufen wolle man nichts übereilen. „Das hängt von den Opportunitäten und vom Preis ab.“ Im Bieterverfahren um die Berliner Bank hat die HVB laut Branchenkreisen die zweite Runde erreicht.

Am deutschen Bankenmarkt rechnet Sprißler mit weiteren Fusionen, allerdings nach der Übernahme der HVB durch Unicredito und das Übernahme des Immobilienfinanzierers Eurohypo durch die Commerzbank nicht mehr unter den privaten Banken. Hier sei „die Geschichte im Prinzip gelaufen“.

In Sachen Stellenabbau soll es bei den bisher verkündeten Plänen bleiben; weitere Arbeitsplätze sind laut Sprißler nicht in Gefahr. Im Vertriebsbereich werde vielmehr neu eingestellt. „Hier sind brutto spürbare Zuwächse geplant.“ Unicredito und HVB hatten angekündigt, dass im Rahmen ihres Zusammenschlusses nochmals 1800 Stellen in Deutschland wegfallen sollen. In diesem Jahr werde mit dem Abbau begonnen, der Löwenanteil komme aber 2007 und 2008, sagte Sprißler.

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