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05.01.2011

19:00 Uhr

FDIC bittet zur Kasse

US-Pleitebanker sollen 2,5 Milliarden Dollar zahlen

Die Pleitebanker in den USA sollen für ihre Fehler büßen. Die staatliche Einlagensicherung FDIC hat 109 Verantwortliche aus zusammengebrochenen Kreditinstituten auf Schadensersatz von insgesamt 2,5 Milliarden Dollar verklagt. Betroffen sind vor allem Regionalbanken.

FDIC-Chefin Sheila Blair. Reuters

FDIC-Chefin Sheila Blair.

NEW YORK. Der Einlagensicherungsfonds FDIC rettet in den Vereinigten Staaten die Guthaben der Kunden bei einer Pleite. Sie versucht dann, sich dieses Geld bei den gescheiterten Bankern zurückzuholen. Die FDIC steht für die Einlagen eines Kunden bis zu einem Wert von 250 000 Dollar gerade.

Nach einer veröffentlichten Aufstellung der FDIC haben die Klagen in den vergangenen Monaten merklich zugenommen. Im abgelaufenen Jahr hatte die Einlagensicherung 157 zumeist kleinere Regionalbanken abwickeln müssen. Das waren mehr Bankenpleiten als im Krisenjahr 2009. Denn wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit können viele US-Amerikaner ihre Schulden immer noch nicht zurückzahlen. Das Geld fehlt den Kreditinstituten.

Allein eine Woche vor Weihnachten hatte die FDIC auf einen Schlag sechs Regionalbanken zumachen müssen. Die Institute sind zum Teil selbst schuld daran, dass ihnen die Luft ausgeht: Als der Häusermarkt boomte, war ihnen jeder Kreditnehmer recht, ganz gleich ob er ausreichende Sicherheiten mitbrachte oder aus welcher Ecke der USA er stammte.

Viele Regionalbanken machten plötzlich landesweit Geschäfte, was sich nun rächt.

Gemeinhin kommt es allerdings nur in knapp einem Viertel der Bankpleiten auch zu Klagen. In vielen Fällen einigt sich die FDIC außergerichtlich mit den Verantwortlichen. Wenn die Einlagensicherung vor Gericht zieht, sind die Erfolgsaussichten aber nicht schlecht: Zwischen 1986 und 2009 sammelte sie auf diesem Wege 6,2 Milliarden Dollar ein.

Während die kleinen Pleitebanker bluten müssen, sind die Chefs großer Häuser bislang meist ungeschoren davongekommen. Den Ermittlern gelingt es nur selten, ihnen Verfehlungen nachzuweisen. dpa

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