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16.02.2012

10:45 Uhr

Feinschliff im Kirch-Vergleich

Deutsche Bank könnte Rolf Breuer verklagen

Die Deutsche Bank hat noch nie einen ehemaligen Vorstand verklagt. Im Kirch-Vergleich könnte es aber so weit kommen, denn nach aktueller Rechtslage muss der Aufsichtsrat Schadensersatz-Ansprüche zumindest prüfen.

Rolf Breuer ist Insidern zufolge an den Verhandlungen beteiligt. dpa

Rolf Breuer ist Insidern zufolge an den Verhandlungen beteiligt.

Frankfurt/DüsseldorfAnfang der Woche schien der jahrelange Rechtsstreit zwischen den Erben Leo Kirchs und der Deutschen Bank erledigt. Man habe sich auf einen Vergleich geeinigt, hieß es. Es sei der Deutschen Bank rund 800 Millionen Euro wert, die Sache endlich zu Ende zu bringen.

Jetzt sind die Anwälte der Deutschen Bank gefragt. Sie müssen den millionenschweren Vergleich mit den Erben des Medienunternehmers noch gegen mögliche Klagen von Aktionären absichern. Zudem liefen Gespräche mit den Manager-Haftpflichtversicherungen des Instituts, die je nach Ausgestaltung möglicherweise einen Teil der Vergleichssumme von gut 800 Millionen Euro übernehmen. Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt von einer Versicherungssumme in Höhe von 500 Millionen Euro.

Mit im Boot bei den Verhandlungen ist laut einem Insider auch der Mann, der die Affäre einst ins Rollen gebracht hatte. Ex-Bankchef Rolf Breuer hatte in einem Interview vor zehn Jahren Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs geweckt und damit die Klagewelle des Unternehmers ausgelöst, der die Bank für den Zusammenbruch seines Medienimperiums verantwortlich machte.

Dabei handelt Breuer jetzt nicht aus Schuldgefühlen, sondern aus handfesten eigenen Interessen. Er dürfte dabei insbesondere daran interessiert sein, dass er nach dem Vergleich nicht selbst mit neuen Klagen rechnen muss.

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Zwar hat die Deutsche Bank noch nie einen ehemaligen Vorstand verklagt, allerdings könnte sie dazu gezwungen werden. In einem ähnlichen Fall hat das Bundesverfassungsgericht 1997 entschieden, dass der Aufsichtsrat Schadensersatzansprüche gegen Vorstandsmitglieder prüfen und bei Aussicht auf Erfolg auch klagen muss. Sonst könnten bei Klagen von Aktionären die Mitglieder des Aufsichtsrats schadensersatzpflichtig werden.

Aktionärsvertreter begrüßen zwar grundsätzlich das Ende des zähen und kostspieligen Konflikts, sprechen aber von einem teuren Schritt. „Ob man für einen lockeren Spruch des früheren Bankchefs mal eben 800 Millionen Euro auf den Tisch legt, kann man kritisch hinterfragen“, sagt Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW. Wenn die Bank die Sache schon früher geregelt hätte, wäre es eventuell weniger teuer gewesen, moniert der Anwalt.

Kommentare (4)

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16.02.2012, 12:42 Uhr

Sehe ich ähnlich. Sprach er sich nicht für einen Schuldenerlaß in der dritten Welt aus, damit diese länder wieder auf die beine kommen. Stmmt von Ihm nicht der Ausspruch " Wir haben sehr viel macht, deshalb haben wir auch eine große Verantwortung.

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16.02.2012, 12:56 Uhr

@Moppelmann:
Vor Herrhausens Engagement besaß Daimler Milliarden DM Barreserven und die Deutsche Bank haufenweise Aktienleichen im Düsterkeller. Nach der Allianz Herrhausen-Reuter waren die Barreserven Daimlers ebenso weggefegt wie die Kellerleichen der Deutschen Bank, dafür hatte der "größte Technologiekonzern der Welt" finanzielle schwarze Löcher wie Dornier und AEG am Hals, die das ehemals kerngesunden Unternehmen fast den Hals gekostet hätten.
Den Vorstand der Deutschen Bank interessiert traditionell ausschließlich das Wohlergehen des eigenen Unternehmens.
Dessen Aktionäre bezahlen ihn schließlich auch.
Heiligsprechungen sind fehl am Platze.

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16.02.2012, 14:21 Uhr

Ihr Kommentar:

Rolf Breuer hat Ursache für Kirch-Klage verursacht. Dabei war er gegen den Kunden der Deutschen Bank und Seinen Arbeitgeber untreu oder bzw. und Er hat vor Gericht gelogen. Ich hoffe, Er wird deswegen vor Gericht zur Verantwortung gezogen.

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