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09.05.2017

12:25 Uhr

Finanzaufseher verteidigen Geldhäuser

Bankgebühren? „Das Normalste der Welt“

VonElisabeth Atzler

Die Finanzaufsicht verteidigt Gebühren für Bankkunden. Ein gesundes Geldhaus müsse aufwandsgerechte Preise verlangen, meint Bafin-Chef Felix Hufeld. Kleinere Geldhäuser will man bei der Regulierung entlasten.

Die Finanzaufsicht will die Regeln für kleinere Banken in Deutschland vereinfachen. Reuters

Bafin-Chef Hufeld

Die Finanzaufsicht will die Regeln für kleinere Banken in Deutschland vereinfachen.

FrankfurtDie deutsche Finanzaufsicht Bafin will weniger strenge Regeln für kleine Geldhäuser. „Wir haben ein Maß an Regulierung erreicht, das kleinere Banken über Gebühr und – mit Blick auf ihr Risikoprofil – unnötig belastet“, sagte Bafin-Präsident Felix Hufeld am Dienstag. „Das sollten wir ändern – ohne allerdings Abstriche bei der Stabilität zu machen.“

Alle Kreditinstitute, auch kleine, müssten mit ausreichend Eigenkapital und Liquidität ausgestattet sein, so Hufeld. Dennoch stelle sich die Frage, für welche unter ihnen eingeschränkte Regeln gelten könnten – zum Beispiel mit Blick auf Eigenkapitalanforderungen. Die bisherigen Vorschläge der EU-Kommission gehen der Bafin dabei nicht weit genug. Sie will gemeinsam mit der Bundesbank, dem Bundesfinanzministerium und der deutschen Kreditwirtschaft in etwa einem Monat einen Vorschlag für entsprechende Erleichterungen vorlegen.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Nirgendwo sonst in der EU gibt es so viele kleine Kreditinstitute wie in Deutschland. So sind als regionale Geldhäuser allein knapp 400 Sparkassen und fast 1000 Volks- und Raiffeisenbanken aktiv – teils mit weniger als 50 Mitarbeitern. Auch Banklobbyisten sind seit längerem dafür, kleine Häuser weniger hart anzufassen.

Hufeld verteidigte zudem die Banken, die in letzter Zeit Gebühren für Bankdienstleistungen eingeführt oder erhöht haben. „Wer Kunde einer gesunden Bank oder Sparkasse sein will, muss akzeptieren, dass das Institut aufwandsgerechte Preise verlangt und neue Ertragsquellen erschließt, wenn alte versiegen.“ Sobald der konjunkturelle Rückenwind abflaue, „könnte der Druck auf die Institute noch einmal deutlich steigen“.

Zahlreiche Sparkassen, private und genossenschaftlichen Banken haben in den vergangenen Monaten die Preise für die Kontoführung angehoben und teils Preise für einzelne Dienstleistungen erstmals eingeführt – bis hin zu Gebühren für Barabhebungen am Geldautomaten.

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Die Bafin fordere aber keine höheren Gebühren, betonte Hufeld, sondern stabile Geschäftsmodelle. Schließlich müssten die Kreditinstitute damit rechnen, dass angesichts der Niedrigzinsen in der Euro-Zone ihre „Zinsüberschüsse in erklecklicher Form abschmelzen“. Darauf müssten Banken reagieren, unter Umständen auch durch höhere Gebühren. Die Aufseher würden mit Sorge beobachten, ob Banken schnell genug reagieren würden.

Kommentare (17)

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G. Nampf

09.05.2017, 13:11 Uhr

„Wer Kunde einer gesunden Bank oder Sparkasse sein will, muss akzeptieren, dass das Institut aufwandsgerechte Preise verlangt und neue Ertragsquellen erschließt, wenn alte versiegen.“

Offensichtlich hat sich das gesamte Bankwesen soweit von der Realität entfernt, daß alle dort Beteiligten vergessen haben, daß Sichteinlagen der Bankkunden ein Kredit an die Bank sind.

Bankkunden sind keine Bittsteller der Bank sondern Gläubiger der Bank.

Herr Marc Hofmann

09.05.2017, 14:00 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Max Mustermann

09.05.2017, 14:21 Uhr

@G. Nampf
"Bankkunden sind keine Bittsteller der Bank sondern Gläubiger der Bank."
Sie haben mit dieser Aussage nur teilweise Recht. Natürlich ist ein Bankkunde mit "Sicht"Einlagen ein Gläubiger der Bank. Aber genauso ein (Ihre Worte) Bittsteller... Jeder Kunde bitte seine Bank um die Erbringung einer Reihe von Dienstleistungen. Und diese Kosten nun mal einen Preis.

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