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25.06.2015

14:39 Uhr

Finanzaufsicht

Bafin prüft Chefwechsel bei der Deutschen Bank

Die Bafin überprüft einem Medienbericht zufolge den Chefwechsel bei der Deutschen Bank. Man untersuche, ob die Bank die Ad-hoc-Mitteilung rechtzeitig veröffentlicht hat. Den Chefwechsel besiegelte die Bank an einem Sonntag.

Laut Medienberichten untersucht die Bafin jetzt die Ad-Hoc-Mitteilung der Deutschen Bank zum Chefwechsel. ap

Noch-Führungsduo Jain und Fitschen

Laut Medienberichten untersucht die Bafin jetzt die Ad-Hoc-Mitteilung der Deutschen Bank zum Chefwechsel.

DüsseldorfDie Finanzaufsicht Bafin überprüft einem Bericht der WirtschaftsWoche zufolge den Chefwechsel bei der Deutschen Bank. Es werde untersucht, „ob die Ad-hoc-Mitteilung der Deutschen Bank zum Vorstandswechsel rechtzeitig veröffentlicht worden ist“, bestätigte die Behörde dem Magazin.

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Die Deutsche Bank hatte den Abgang der beiden Vorstandschefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain am Sonntag, dem 7. Juni, nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats um kurz nach 15 Uhr gemeldet. Das „Wall Street Journal“ hatte jedoch bereits gut zwei Stunden zuvor darüber berichtet.
Börsennotierte Unternehmen müssen Nachrichten sofort („ad hoc“) veröffentlichen, die den Kurs ihrer Aktie stark bewegen können. Das soll verhindern, dass Insider früher als andere Aktionäre Aktien kaufen oder verkaufen können. Am Montag nach der Bekanntgabe legte die Aktie der Deutschen Bank um bis zu acht Prozent zu.
Der Deutschen Bank liegen nach eigener Auskunft bisher keine Hinweise auf eine Bafin-Prüfung vor. In Kreisen des Aufsichtsrats hieß es, dass das Gremium die Ad-hoc-Pflicht in der sonntäglichen Sondersitzung diskutiert habe. Experten der Bank hätten diese für erfüllt gehalten.

Die internationale Presse zum Deutsche-Bank-Umbau

„Neue Zürcher Zeitung“ (Schweiz)

Will man einen Teich trockenlegen, sollte man besser nicht die Frösche um Rat fragen. Diese alte Weisheit scheint der Aufsichtsrat der Deutschen Bank befolgt zu haben, als er am Sonntag John Cryan zum neuen operativen Chef der Bank gewählt hat. Aufräumen muss ein Neuer, einer, der sowohl innerhalb der Bank wie auch außerhalb, bei Aktionären und in der Öffentlichkeit, glaubwürdig für frischen Wind sorgen kann. Cryan erfüllt dieses Kriterium zumindest insofern, als er nicht dem Investment-Banking-Sumpf der Deutschen Bank entstammt. Auf ihn kommt viel Arbeit zu, denn der Teich, der die „Deutsche“ in Verruf gebracht hat, ist noch nicht trockengelegt - die meisten Frösche sind noch da.

„Times“ (Großbritannien)

Mitten im Kampf der Deutschen Bank, eine Fülle von Skandalen zu bereinigen, sind ihre unter Druck stehenden Co-Vorstandschefs unerwartet von ihren Posten zurückgetreten. Nach Spekulationen an den Märkten könnte dieser plötzliche Führungswechsel bei der Bank, die zu den weltweit größten Investment-Häusern gehört, durch wachsenden Druck globaler Aufsichtsgremien und Investoren ausgelöst worden sein, die für eine neue Führung plädierten, um Vertrauen zurückzugewinnen.

„Jyllands-Posten“ (Dänemark)

Die Deutsche Bank war in den letzten Jahren von einer Reihe von äußerst unangenehmen Fällen geplagt. Einige davon hatten die Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen bei ihrer Ernennung im Jahr 2012 übernommen, andere kamen seitdem hinzu, aber fast keiner von ihnen wurde gelöst. Zur gleichen Zeit ähnelte die Aktienentwicklung der Bank in den vergangenen drei Monaten der Fieberkurve eines schwer kranken Patienten.

„Svenska Dagbladet“ (Schweden)

Anshu Jain, der für den Investment-Banking-Bereich zuständig ist, wurde zum Sündenbock für große Einschnitte gemacht und in Deutschland heftig kritisiert. Gleichzeitig wurde Jürgen Fitschen in den Skandal um die Mediengruppe Kirch 2002 verwickelt.

„Corriere della Sera“ (Italien)

Zu viele Finanzskandale, zu viele bezahlte Strafen, schwaches Vertrauen der Investoren, stockende Kurse an der Börse: Am Ende haben sie bei der Deutschen Bank entschieden, dass ein kompletter Wandel nötig ist. Und dafür bezahlen müssen die beiden Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. (...) Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Wahl des neuen Chefs auf John Cryan gefallen ist, der mehr Kontrolleur als Geschäftsmann ist.

„El País“ (Spanien)

Eine Serie von Skandalen beschleunigt die Wachablösung an der Spitze der Deutschen Bank. Die beiden Chefs des größten deutschen Geldinstituts kündigen überraschend ihr Adiós an.

„Hospodarske Noviny“ (Tschechien)

Zu dem Wechsel auf den höchsten Posten kommt es nur einen Monat, nachdem die Hauptversammlung eine neue Strategie gebilligt hatte. Deren Ziele sind es, den Gewinn und die Rendite des eingesetzten Kapitals zu erhöhen. Denn in den zurückliegenden Jahren sah es mau aus.

Ein Ansatzpunkt für die Bafin-Untersuchung könnte sein, dass Jain laut Insidern Fitschen und Aufsichtsratschef Paul Achleitner schon kurz nach der Hauptversammlung vom 21. Mai in seine Rückzugspläne eingeweiht habe.

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