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14.01.2010

20:49 Uhr

Finanzaufsicht

BaFin zweifelt am Geschäftsmodell der Lebensversicherer

Die Finanzaufsicht BaFin beurteilt die Zukunft der Lebensversicherung skeptisch. Angesichts der Renditeversprechen und des derzeitigen Zinsniveaus zweifelt BaFin-Chef Jochen Sanio am Geschäftsmodell der Branche.

BaFin-Chef Jochen Sanio: Zweifel, ob Lebensversicherer ihre Renditeversprechen einlösen können. ap

BaFin-Chef Jochen Sanio: Zweifel, ob Lebensversicherer ihre Renditeversprechen einlösen können.

HB FRANKFURT. Die Unternehmen könnten ihren Kunden wohl schon in diesem Jahr nicht mehr so hohe Renditen zusagen, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, am Donnerstag in Frankfurt. Ihr Geschäftsmodell basiere darauf, dass es immer Kapitalanlagen mit ausreichender Rendite gebe, um die Zinsversprechen erfüllen zu können. Daran seien "angesichts des gegenwärtigen Zinsniveaus Zweifel angebracht", mahnte er.

"Unmittelbar gefährdet ist aber noch kein Versicherer", betonte Sanio. Bei den meisten Unternehmen der Branche werde es reichen, die Überschussbeteiligung der Versicherten zu senken. Bereits im Dezember hatten viele Versicherer ihre Verzinsungen für 2010 um einige Zehntelpunkte gesenkt, allen voran der Marktführer Allianz Leben. "Diese Entwicklung wird sich fortsetzen; wir erwarten weitere Senkungen auch in diesem Jahr", sagte Sanio. Niedrige Zinsen bedeuteten nicht das Aus für die klassische Lebensversicherung. "Die Versicherer müssen aber intensiver als bisher planen, welche Garantien sie sich künftig leisten können und wie sich diese auf Dauer finanzieren lassen.

Kommentare (10)

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Jonas

14.01.2010, 23:05 Uhr

Kein Problem, die branche muss nur die Milliarden, die sie in der Vergangenheit eingestrichen hat weil nur ein bru´chteil der erzielten Gewinne als Überschußbeteiligung ausgeschüttet wurde und der Grossteil zur Steigerung der bankprofite abgezweigt wurde, nun rausrücken und an die Kunden geben.

Aber ich vergaß, die Profite wurden privatisiert,
die Verluste heute, die werden auf den Kunden abgeladen.

Und das alles klappt, weil kurzfristige Geschäftsmodelle erlaubt werden und kein Gesetz zum Rückgriff auf die alten Gewinne existiert.

rainer repke

15.01.2010, 05:38 Uhr

schon lange deckt er Ertrag aus Kapital- Lebensversicherungen nicht einal mehr die inflationsrate. Dh man entspart. Die eingehenden Praemien werden teilweise genutzt um Vertreter und Angestellte zu bezahlen. Und die verbleibende Rendite reicht nicht fuer mehr. Der Policenbesitzer subventioniert die Versicherung. ich habe das schon vor Jahren bei bafin angemahnt. Und habe alle Kapital-Lebensversicherungen der Familie gekuendigt. Mein Versicherungsvertreter hat mir natuerlich sehr ernsthaft abgeraten.

Euer
Rainer

Gerhard Spannbauer

15.01.2010, 10:05 Uhr

Das Problem ist in Wirklichkeit viel größer, die branche sitzt auf einem enormen berg an Wertpapieren, der bei weitem nicht den Wert hat, mit dem sie in büchern stehen. ich empfehle seit langer Zeit, solche Verträge jetzt aufzulösen, denn wenn die nächste Welle der Krise kommt, werden die Verluste deutlich höher sein. Das ist keine sichere langfristige Anlage mehr.

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