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06.02.2014

13:47 Uhr

Finanzaufsicht

Holland lässt Banker einen Eid schwören

Goldman-Sachs-Chef Blankfein geriet in die Kritik, als er vor Jahren sagte, „Gottes Werk“ zu verrichten. In den Niederlanden ist Bank-Aufsichtsräten und bald Angestellten ein Eid vorgeschrieben: „So wahr mir Gott helfe“.

Verpflichtender Eid: Bald müssen Bankangestellte sich in den Niederlanden zu ethischem Verhalten bekennen. dpa

Verpflichtender Eid: Bald müssen Bankangestellte sich in den Niederlanden zu ethischem Verhalten bekennen.

Amsterdam„Ich schwöre, dass ich alles in meiner Möglichkeit stehende tuen werde, um das Vertrauen in die Finanzbranche zu stärken. So wahr mir Gott helfe.“

Diesen Eid, der erste seiner Art in Europa, ist seit vergangenem Monat für Aufsichtsräte niederländischer Banken verpflichtend. Die Regierung versucht in einer Branche durchzugreifen, deren verwaltete Anlagen viermal so groß sind wie die Leistungskraft der Volkswirtschaft. Ab dem zweiten Halbjahr müssen auch alle 90.000 niederländischen Bankbeschäftigten den Eid ablegen – oder eine nicht-religiöse Abwandlung. Sie würden bestraft, sollten sie ethische Regeln verletzen, so der Vorsitzende der Bankenvereinigung, Chris Buijink.

Niederländische Bank-Angestellte, die sich nicht an die Regeln halten, drohen Strafen und Suspendierungen, so Buijink. Das überarbeitete Regelwerk werde in den kommenden Monaten fertig gestellt und die disziplinarischen Sanktionen ab dem kommenden Jahr gelten.

Goldman-Sachs Chef: Banker tun Gottes Werk

Goldman-Sachs Chef

ArtikelBanker tun Gottes Werk

Er gilt als einer der erfolgreichsten Banker der Welt – und als einer der meist gehassten. Und was Lloyd Blankfein, Chef der einst vom Staat gestützen US-Investmentbank Goldman Sachs, jetzt in einem Interview sagte, dürfte ihn nicht eben beliebter machen: Banken, findet er, verrichteten „Gottes Werk“. Auch seine Kritiker bekamen ihr Fett weg.

Rund um die Welt kämpfen Banker damit, die Öffentlichkeit überzeugen zu können, dass sie gegen unethisches Verhalten vorgehen. Ethische Verstöße hatten zur Finanzkrise 2008 beigetragen, die Steuerzahler Hunderte Milliarden Dollar für Rettungsmaßnahmen gekostet hat.

Bert Brugink, Finanzchef der Rabobank – die im Oktober eine Strafe in Höhe von 774 Millionen Euro zahlen musste wegen ihrer Beteiligung an einem globalen Zinsskandal – legte den Eid im vergangenen Jahr mit Lense Koopmans, der Verwaltungsratschefin ab, die später das Unternehmen verließ. Er sagt, die Worte seien eine Bestätigung des ethischen Verhaltens, das er bereits verfolge.

„Es ist ein gutes Signal, sich selbst und den eigenen Mitarbeitern die Bedeutung dieser Werte wiederholt klar zu machen“, so Bruggink, der seit 2004 Finanzvorstand der Bank ist. „Es passt in eine Zeit, in der Banken sich anstrengen müssen, um Vertrauen zurück zu gewinnen.“

Viele Bestandteile des neuen Diszplinarwerks bleiben aber unklar. Niederländischen Banken bleibt noch fast ein Jahr, es zu beschließen. Es dürfte eine Disziplinar-Kommission geben, wie sie bereits für Investmentberater und die medizinischen Berufe existiert. Das System würde für alle Bankmitarbeiter gelten, die den Eid schwören.

Kommentare (11)

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meineid-erika

06.02.2014, 14:15 Uhr

Ein kleiner Schritt für die NL ein großer Schritt für die Menschheit.

wow, wenn dann die Bankster wegen Meineid inhaftieren werde, sitzen sie direkt neben der NSA-Erika.

Comet

06.02.2014, 14:21 Uhr

Fragt sich nur, welcher "Gott" gemeint ist. Vielleicht der mit den Hörnern und dem Ziegenkopf?

karma

06.02.2014, 14:33 Uhr

---@ Comet

geht nicht, dieser "Gott" ist schon die Instanz, die von den Päpsten angebetet wird. Und wer denkt, das wäre unsachlich, der sehe sich mal den Petersdom an.

Selbst die Ahnentafel aller Päpste ist umrandet und geschmückt vom Gehörnten. Und der Zentralaltar ist schwarz (die Farbe des Todes).

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