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15.04.2015

13:12 Uhr

Finanzaufsicht in Dubai

Deutsche Bank zu Millionen-Strafe verdonnert

Seit Jahren drücken Zahlungen aus Rechtsstreitigkeiten auf den Gewinn der Deutschen Bank. Jetzt erhebt auch Dubais Finanzaufsicht DFSA schwere Vorwürfe gegen das Institut und fordert eine Millionstrafe.

Deutschlands größtes Geldhaus steht weltweit im Visier der Aufsichtsbehörden. dpa

Strafe gegen Deutsche Bank

Deutschlands größtes Geldhaus steht weltweit im Visier der Aufsichtsbehörden.

DubaiDie Finanzaufsicht in Dubai brummt der Deutschen Bank wegen „schwerwiegender Gesetzesverstöße“ eine Strafe auf. Deutschlands größtes Geldhaus müsse ein Bußgeld von 8,4 Millionen Dollar bezahlen, teilte Dubais Finanzaufsicht DFSA am Mittwoch mit. Die Niederlassung der Deutschen Bank in dem Emirat habe in der Vermögensverwaltung wissentlich gegen DFSA-Regeln verstoßen und keine angemessenen Schritte unternommen, um die Mängel abzustellen. „Zusätzlich haben einige Mitarbeiter der Deutschen-Bank-Niederlassung in Dubai gegenüber der DFSA mehrmals falsche Angaben zu den Aktivitäten in der Vermögensverwaltung gemacht“, erklärte die Behörde.

Libor-Manipulation : Rekordstrafe für die Deutsche Bank

Libor-Manipulation

Rekordstrafe für die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat sich mit den Aufsichtsbehörden auf eine der höchsten Strafen geeinigt, die bisher im Fall der Libor-Manipulationen verhängt wurden. Eine Beilegung des Streits könnte noch im April erfolgen.

Die DFSA hat die örtliche Niederlassung der Deutschen Bank von 2011 bis 2014 durchleuchtet und dabei unter anderem Mängel bei den internen Kontrollen der Bank, bei ihren Prozessen zur Verhinderung von Geldwäsche sowie beim Anwerben von Kunden festgestellt. Seit dem vergangenen Jahr arbeite die Behörde in Dubai eng mit Deutschlands größtem Geldhaus zusammen. Zudem habe das Institut einige Änderungen vorgenommen, um die Mängel zu beheben, erklärte die DFSA. Die Bank habe außerdem zugestimmt, den Fall mit einer Bußgeldzahlung beizulegen, weshalb die Strafe um 20 Prozent reduziert worden sei.

Die Deutsche Bank erklärte, sie habe ihr Vorgehen beim Anwerben von Kunden im Ausland „überprüft und kontinuierlich angepasst“. Das Institut habe dabei stets seine eigenen Standards eingehalten, allerdings nicht alle lokalen Vorschriften der Finanzaufsicht in Dubai.

Hohe Geldbußen gegen Banken – eine Auswahl

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen. (Stand: April 2015)

JP Morgan – 13 Milliarden Dollar

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

JP Morgan – 6,2 Milliarden Dollar

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Credit Suisse - 2,6 Milliarden Dollar

Mai 2014

Die Schweizer Bank Credit Suisse räumt im Steuerstreit mit den USA die eigene Schuld ein und akzeptiert eine Strafe von mehr als 2,6 Milliarden Dollar. Die Bank hatte Vermögen ihrer Kunden vor den US-Steuerbehörden versteckt.

Deutsche Bank – 2,5 Milliarden Dollar

April 2015

Anfang April 2015 berichteten zunächst US-Medien, dass der Deutschen Bank im Libor-Skandal eine Strafzahlung in Höhe von mindestens 1,5 Milliarden Dollar droht. Unter anderem erkenne eine Bank-Tochter in Großbritannien ihre Schuld an. Schließlich landete die Summe bei 2,5 Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro).

UBS – 1,5 Milliarden Dollar

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilte, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an amerikanische, britische und Schweizer Behörden.

Commerzbank - 1,45 Milliarden US-Dollar
Britische Banken – 1,3 Milliarden Pfund

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

Rabokbank - 774 Millionen Euro

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

Deutsche Bank – 725 Millionen Euro

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Deutsche Bank - 202 Millionen Dollar

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Das Geldhaus steht weltweit wegen eine Reihe von Verfehlungen im Visier der Aufsichtsbehörden. Zahlungen zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten drücken seit Jahren auf den Gewinn. Zu den größten Fällen zählt der Skandal um Zinsmanipulationen. Hier steuert die Deutsche Bank Finanzkreisen zufolge auf einen gut 1,5 Milliarden Dollar teuren Vergleich mit den Regulierern in den USA und Großbritannien zu.

Von

rtr

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