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02.07.2013

19:15 Uhr

Finanzaufsicht

US-Notenbank will strenge Regeln für Banken

Die Fed vollzieht eine Kehrtwende: Lange schien es, als würden die USA die international vereinbarten strengeren Kapitalvorgaben für Banken nicht umsetzen. Doch nun will die Fed dabei sogar weitergehen, als sie müsste.

Andere US-Behörden müssen dem von der US-Notenbank veröffentlichten Regelwerk noch zustimmen. dpa

Andere US-Behörden müssen dem von der US-Notenbank veröffentlichten Regelwerk noch zustimmen.

WashingtonDie US-Notenbank will die Eigenkapitalregeln für amerikanische Banken deutlich verschärfen und dabei über den internationalen Standard hinausgehen. In einem am Dienstag veröffentlichten Regelwerk verpflichtet die Federal Reserve (Fed) amerikanische Finanzinstitute, vom kommenden Januar an die international als „Basel III“ bezeichneten Kapitalanforderungen zu erfüllen.

In einigen Punkten des 972 Seiten umfassenden Katalogs gehen die Regeln sogar weit über die „Basel III“-Vereinbarungen hinaus. Details sollen in den kommenden Monaten erarbeitet werden.

Bislang hatte es in Europa Zweifel gegeben, ob die Amerikaner bei den schärferen Kapitalregeln überhaupt mitziehen würden. Seitens der amerikanischen Banken gibt es Widerstand. Die Veröffentlichung der neuen Regeln, die am Dienstag im Fed-Gouverneursrat in Washington zur Abstimmung standen, zeigt die Entschlossenheit der Zentralbank, dass auch US-Banken mehr eigenes Kapital von besserer Qualität vorhalten müssen, um Risiken aus Kreditgeschäften absichern zu können. Allerdings müssen noch zwei weitere US-Regulierungsgremien den Regeln zustimmen, bevor sie in Kraft treten können.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Sehr große und wichtige Banken müssen „Basel III“ zufolge einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer aufbauen. Das für die Bankenaufsicht zuständige Fed-Mitglied Daniel Tarullo sagte laut einer Mitteilung, dass die internationalen Regeln für einen Schutz vor einer Finanzkrise nicht weit genug gingen, weshalb zusätzliche Anforderungen notwendig seien.

Für kleinere Institute hat die Fed die Regeln in ihrem abschließenden Entwurf hingegen gelockert.

Die „Basel III“ genannten Eigenkapitalregeln sind ein wesentliches Element der Reformen, welche die wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) als Konsequenz aus der Finanzkrise eingeleitet hatten. Die Banken sollen die Regeln schrittweise bis 2019 einhalten.

Von

dpa

Kommentare (3)

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rofl

02.07.2013, 21:04 Uhr

US-Notenbank und Basel III: Loooooooool

huch

02.07.2013, 21:08 Uhr

die meinen das vermutlich ernst und Plüsch und Plumm fragen sich ganz gewiss, was das nun wieder soll...

Banker

03.07.2013, 08:19 Uhr

Bei solchen Aussagen denke ich immer an einen Spruch meiner Oma: "Es wird auch wahr sein."

Der FED glaube ich nur soweit, wie ich ein Klavier werfen kann.

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