Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.03.2014

17:59 Uhr

Finanzberatung

Maschmeyer will Bank Sarasin verklagen

ExklusivCarsten Maschmeyer hat mit Finanzberatungen Millionen gemacht. Dabei haben auch einige seiner Kunden Geld verloren. Jetzt geht er selbst gegen die Bank Sarasin vor – wegen „vorsätzlicher Täuschung“ bei der Beratung.

AWD-Gründer Carsten Maschmeyer: „Die Bank verweigert die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags.“ dpa

AWD-Gründer Carsten Maschmeyer: „Die Bank verweigert die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags.“

DüsseldorfCarsten Maschmeyer, der Gründer der Finanzvertriebsgesellschaft AWD, will nach Informationen des Handelsblatts (Mittwochausgabe) neben anderen Investoren die renommierte Schweizer Privatbank Safra Sarasin verklagen.

Maschmeyer wirft den Verantwortlichen der Bank „vorsätzliche Täuschung“ bei der Beratung über das Investment in einen Fonds vor. Maschmeyer wartet nach eigenen Angaben seit rund zweieinhalb Jahren auf die Rückzahlung von mehreren Millionen Euro.

Zudem beklagt er gegenüber der Bank, dass der fragliche Fonds auf umstrittenen Dividenden-Stripping-Geschäften beruhe, die derzeit in mehreren Verfahren schon Gerichte beschäftigen. „Die Bank hat zugesichert, dass es sich um ein sicheres, seriöses und legales Geschäft handelt und verweigert seit Herbst 2011 die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags“, sagte Maschmeyer dem Handelsblatt.

Was Maschmeyer in seinem Buch schreibt (1)

Das Buch

AWD-Gründer und Milliardär Carsten Maschmeyer ist unter die Buchautoren gegangen. "Selfmade - erfolg reich leben" (Ariston Verlag) ist keine Autobiografie, sondern ein Ratgeber. Die ersten Auszüge hatte die Bild-Zeitung veröffentlicht - hier die wichtigsten Ausschnitte.

Seine Ausbildung

Meine Ausbildung, rückblickend auf den Punkt gebracht, bestand eigentlich nur aus zwei Fächern: Hauptfach Beziehungen, Nebenfach Sachthemen. Persönlich ging bei mir immer vor geschäftlich.

Sein Ratschlag

Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Bildung von Netzwerken ist heute entscheidend für den beruflichen Erfolg und ein spannendes, abwechslungsreiches Leben. In einer von E-Mails und SMS, Chatportalen und virtuellen Communitys beherrschten Zeit wird es immer wichtiger, über viele und tragfähige Kontakte zu verfügen

Seine Freunde

Oftmals sind die mächtigsten und bekanntesten Personen einer Berufsgruppe gar nicht unbedingt intelligenter oder qualifizierter als der Durchschnitt – sie haben einfach mehr Kontakte und bessere Beziehungen, die sie meist seit langer Zeit pflegen und wechselseitig nutzen.

Vitamin B wichtiger als Arbeit

Häufig ist Beziehungsarbeit lohnender als rein fachliche Arbeit. Frei nach der Parole: „Der Kluge kennt alles, der sehr Kluge kennt alle.“ Ich kenne sogar Personen, die einzig wegen ihrer Netzwerke, Kontakte und Beziehungen einen begehrten, gut bezahlten Job bekommen haben.

Interessante Jobs finden

Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor: 

Über Politiker

Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.

Über Gerhard Schröder

Wenn man den Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kennengelernt hat und er schließlich Bundeskanzler wird, dann lernt man fast ganz automatisch andere SPD-Politiker wie Stephan Weil, unseren Oberbürgermeister, und sogar Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel kennen.

Konkret geht es um den Sheridan Solutions Equity Arbitrage Fund. Dort hatte Maschmeyer 40 Millionen Euro investiert, bisher aber erst rund 26 Millionen zurückbezahlt bekommen. In einer eidesstattlichen Erklärung versichert Maschmeyer, dass die Bank ihm eine Rendite von acht bis zehn Prozent in Aussicht gestellt habe. Im schlechtesten Fall müsse er einen Verlust von zwei Prozent hinnehmen.

Eric Sarasin, Vorstand der Bank Sarasin, sagte dem Handelsblatt: „Ich stehe in dieser Frage in Kontakt mit Carsten Maschmeyer.“ Weitere Angaben wollte Sarasin zu dem Fall nicht machen.

Viele Deutsche haben von dem Finanzunternehmer kein gutes Bild. Sie kennen seinen Namen aus Fernsehdokumentationen mit Titeln wie „Der Drückerkönig und die Politik“ oder „Abzocker Maschmeyer“. Doch Maschmeyer will dieses Image los werden.

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

18.03.2014, 18:26 Uhr

Finanzberatung?

Verkauf von Abzocker Versicherungspolicen die bei ausbleibender Stornierung in den ersten fünf Jahren den Vermittler reich machen, und mit den horrenden Folgekosten die Versicherungen.

Account gelöscht!

18.03.2014, 18:42 Uhr

Sagen Sie schon, wie viel haben Sie bei Maschi verloren?

Account gelöscht!

18.03.2014, 18:47 Uhr

Gier ist die Triebfeder, Rendite das Zauberwort welches auch bei Herrn Maschmeyer Reflexe erzeugt. Lustig ist - das in diesem Fall auch die andere Seite das Gesellschaftsspiel: Wie kommt dein Geld in meine Tasche gut beherrscht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×