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10.02.2005

09:20 Uhr

Finanzdienstleister legt Rekordergebnis vor

AWD schlägt die Prognosen

Der Finanzdienstleister AWD hat im vergangenen Jahr dank der starken Nachfrage nach Produkten der privaten und betrieblichen Altersvorsorge erneut ein Rekordergebnis erzielt.

HB HANNOVER. Das hannoversche Unternehmen übertraf sowohl die Erwartungen von Analysten als auch die eigenen, mehrfach angehobenen Prognosen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 28 Prozent auf 71 Millionen Euro gestiegen, teilte AWD am Donnerstag in Hannover mit. Die Umsatzerlöse legten 2004 nach den vorläufigen Zahlen um 22 Prozent auf 686 Millionen Euro zu. Das Ergebnis sei das beste seit der Firmengründung im Jahr 1988. Die Ebit-Marge habe sich um 0,5 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent verbessert und erstmals eine zweistellige Marke erreicht. Ein Nettoergebnis nannte das Unternehmen nicht. AWD sei erneut deutlich stärker gewachsen als die Branche, hieß es weiter. Vor allem bei der Altersvorsorge rechnet AWD-Chef Carsten Maschmeyer mit wachsenden Umsätzen.

Finanzvorstand sieht Spielraum für attraktive Dividenden

Finanzvorstand Ralf Brammer sagte, das Geschäftsmodell schaffe Spielraum für attraktive Dividenden. Für das Jahr 2003 hatte AWD seinen Anteilseignern 0,75 Euro je Aktie gezahlt. Einen konkreten Ausblick für 2005 gab AWD zunächst nicht. Maschmeyer hatte zuletzt für die nächsten Jahre allgemein zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und operativem Gewinn in Aussicht gestellt. „Der Erfolg der Rentenreform in Deutschland wird an wachsenden Umsätzen bei den Altersvorsorgeberatern abzulesen sein“, sagte er. 2004 stockte AWD die Zahl seiner Berater um fast ein Viertel auf mehr als 6000 auf und 256.000 gewann Neukunden. Die Zahl der Privatkunden stieg damit auf mehr als 1,4 Millionen.

AWD profitiert wie die gesamte Branche von der steigenden Nachfrage nach Produkten der privaten Altersvorsorge. Weil zum Jahreswechsel die Steuerfreiheit für Kapitallebensversicherungen wegfiel, haben sich viele Kunden im Schlussquartal 2004 noch die alten Konditionen mit einem Vertragsabschluss gesichert. AWD bietet keine eigenen Produkte an, das Unternehmen berät seine Kunden in Finanzfragen und kassiert dafür Provisionen. Zuletzt hatte der MLP-Konkurrent einen Umsatz von 658 Millionen Euro und ein Ebit von 66 Millionen Euro für 2004 in Aussicht gestellt. 13 von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt ein Ebit von 70,2 Millionen Euro bei einem Umsatz von 668,9 Millionen Euro erwartet. Endgültige Zahlen will AWD Anfang April veröffentlichen.

Das Unternehmen habe allerdings keinen Ausblick geliefert und es gebe in diesem Jahr keine neuen Produkte, die die Lebensversicherungspolicen ersetzen könnten, nach denen im vierten Quartal vor dem Wegfall der Steuervergünstigungen (ab dem 1. Januar 2005) eine starke Nachfrage bestanden habe, kritisierte ein Börsianer. Er sei sehr pessimistisch in Bezug auf den Gesamtsektor, so der Händler weiter.

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